Edelstein Glossar

gemischter schliff

ober- u. unterteil in unterschiedlichen schliffen z.b. oberteil brillant- o. scherenschliff, unterteil treppenschliff oder 3-4 facettenkränze

gemmologie

edelsteinkunde, teilgebiet der mineralogie mit der auflage, zerstörungsfrei zu arbeiten

Genfer Rubin

Aufgrund seines hohen Werts gehört Rubin zu den am häufigsten synthetisierten und imitierten Steinen. Die frühesten synthetischen Edelsteine waren die sogenannten "Genfer Rubine", die bereits im Jahr 1885 erzeugt und von einem Händler aus Genf als echte Rubine verkauft wurden.
1886 ließen Pariser Juweliere einige dieser Steine an der Sorbonne untersuchen. Ein gewisser Professor F. Friedel stellte fest, dass die Genfer Rubine die gleiche Dichte, Härte und optischen Eigenschaften wie natürliche Rubine aufwiesen. Unter Vergrößerung bemerkte er aber auch zahlreiche Gasblasen, wie sie für Glas typisch sind, und schloss richtigerweise daraus, dass die Steine durch einen Hochtemperatur-Schmelzprozess erzeugt worden waren.
Charakteristisch für Genfer Rubine sind auch Anwachsstreifen mit viel stärkerer Krümmung, als bei den späteren, nach der Verneuil-Methode erzeugten synthetischen Korunden

genfer rubin mit Gasblasen und sehr stark gekrümmter Zonarstreifung
Nachdem entschieden worden war, dass Genfer Rubine bei Strafe nicht als natürliche Rubine bezeichnet und verkauft werden durften, wurde behauptet, dass die Steine zwar durch einen Flammschmelzprozess erzeugt wurden, dass als Ausgangsmaterial jedoch Fragmente dienten, die beim Schleifen von echten Rubinen anfielen.

In der Folge wurden Genfer Rubine als "rekonstruierte Rubine" fast zwanzig Jahre lang zu Preisen von $25 bis $40 per Carat verkauft, bis sie schließlich 1904 durch die weit überlegenen Verneuil Synthesen vom Markt verdrängt wurden.

Wo und von wem diese Steine erzeugt wurden, ist bis heute nicht geklärt. In seinem 1980 erschienenen Standardwerk "Gems Made by Men" wies Dr. Kurt Nassau nach, dass Genfer Rubine in einem mehrstufigen Prozess erzeugt wurden, der als Vorläufer des Verneuil-Verfahrens gelten kann.

gespannte tafel

fachausdruck für eine sehr leicht gewölbte tafel, besonders bei siegelsteinen

glas

Die Gefahr einer Verwechslung mit Glas besteht bei den meisten Edelsteinen. Mit etwas Übung und einer Lupe ist die Erkennung von Gläsern aber kein Problem.

Die wichtigsten Erkennungsmerkmale von Glas:

Bei größeren Steinen, ab ca. 10mm, funktioniert ein einfacher Wärmeleitfähigkeitstest zur Unterscheidung Stein oder Glas.

Der fragliche Stein wird ein paar Minuten lang neben zweifellos kristallines Material gelegt, damit beide Steine die gleiche Temperatur annehmen können.

Achtung: der Test funktioniert nur mit kristallinem Material, also nicht mit z.B. Opal, Koralle, Bernstein, Perlen oder Elfenbein und nur ab einer gewissen Größe. Bei 4mm großen Steinen überträgt sich die Körpertemperatur zu rasch!

Dann nimmt man die Steine nacheinander kurz auf und drückt sie an eine wärmeempfindliche Stelle wie z.B. Lippe, Augenlid oder Ohrläppchen. Die Betonung liegt auf "kurz"! Halten Sie die Steine keinesfalls länger als 1-2 Sekunden in der Hand.

Glas fühlt sich wärmer an, als Kristall. Der Unterschied ist sehr deutlich spürbar.

Wenn man sich fragen muss, ob ein Unterschied besteht, dann besteht er entweder nicht, d.h. der fragliche Stein ist kein Glas, oder die beiden Steine hatten zuwenig Ruhezeit.

Der Test funktioniert auch mit gefassten Steinen, sofern diese groß genug sind und man nicht die Fassung berührt, die sich, da sie aus Metall besteht, immer kalt anfühlt

glyptik

die kunst des steinschneidens und -gravierens