Einige heraldische grundregeln

die wichtigste regel in der heraldik betrifft die

klarheit der aussage

wappen sollen sowohl in ihrer bildlichen darstellung, wie auch im blason, der beschreibung, möglichst klar und übersichtlich gehalten sein. in der bildlichen darstellung ist alles zu vermeiden, was zu einer überladung des wappens und somit zu schlechter erkennbarkeit führt. schließlich dienten wappen ursprünglich zur identifikation der ritter in der schlacht oder im turnier und mussten auch auf große entfernung klar erkennbar sein. so ist z.b. perspektive in der darstellung verboten. auch die verwendung von buchstaben im schild ist zu vermeiden oder zumindestens auf das absolut nötigste einzuschränken. auch gegenstände müssen oft um der klarheit willen reduziert werden. so wird z.b. nur ein stilisierter turm statt der ganzen burg oder ein rad statt des ganzen wagens dargestellt. wappen, die grob gegen die regel der klarheit verstoßen, werden von seriösen heraldikern und heraldischen vereinen als „unheraldisch“ nicht offiziell akzeptiert.

auch in der sprachlichen darstellung, dem blasonieren, muss die klarheit der aussage unbedingt beachtet werden. schließlich muss ein heraldiker ein wappen allein aufgrund seines blasons aufreissen (zeichnen) können und das ergebnis sollte im großen und ganzen jedesmal das gleiche sein. aus diesem grund hat sich bereits im 13. jahrhundert eine streng geregelte fachsprache entwickelt, die auch heute noch verwendet wird.
zu beachten ist, dass ein wappen immer aus der sicht des trägers beschrieben wird. was also in der aufsicht der bildlichen darstellung im wappen links steht, wird beim blasonieren als rechtsstehend beschrieben.
auch die reihenfolge in der die einzelnen elemente eines wappens beschrieben werden, ist streng geregelt. der blason beginnt mit der beschreibung des heroldsbildes, d.h. der schildteilung in farbige felder (plätze). darauf folgt die beschreibung der einzelnen plätze, dann die beschreibung der sogenannten gemeinen figuren und schließlich die beschreibung eventuell angefügter elemente, wie z.b. auf dem schildhaupt ruhende helme (manchmal mit helmzier und helmfigur versehen), kronen, wappenträger oder das wappenschild umgebende wappenzelte.

farbgebung

in der heraldik spricht man von tinkturen, die sich zwei gruppen teilen:
die metalle silber und gold
die farben schwarz, blau, rot, grün
die hilfsfarben purpur und fleischfarbe (naturel oder carnation)

grundsätzlich gilt, dass es keine wappen ohne farben geben darf.
die grafische wiedergabe der wappenfarben beim gravieren erfolgt seit dem 16. jhdt durch schraffieren.

SCHRAFFUREN
weiss rot blau schwarz
 
gold purpur grün schwarz
 

neben der schraffierung gibt es noch die ältere damaszierung der name leitet sich von den früher aus damaskus importierten, reich verzierten stoffe ab. damaszierungen werden beim blasonieren nicht gemeldet und sind auch beim zeichnen oder gravieren für den künstler nicht bindend.

DAMASZIERUNG
beispiel 1 beispiel 2 beispiel 3
 

und schließlich gibt es noch das pelzwerk das sich in verschiedene arten von hermelin und feh unterteilt. pelzwerke zählen zu den ältesten heraldischen symbolen und haben ihren ursprung in den mit leder und pelz beschlagenen frühen waffenschilden. das feh bestand ursprünglich aus abwechselnd zusammengesetzten hellen bauch- und dunklen rückenfellen von eichhörnchen.

PELZWERK
feh gegenfeh wechselfeh krückenfeh
 
hermelin gegenhermelin goldhermelin gegengoldhermelin
 

die wichtigste regel bei der farbgebung besagt, dass auf farbe immer metall folgen muss und umgekehrt. dadurch wird ein hoher kontrast und gute erkennbarkeit, auch auf größere entfernung erreicht.

größenverhältnisse

auch diese sind einigermaßen genau geregelt. so soll eine natürliche figur die größte fläche des schilds ausfüllen und sich nicht in der fläche verlieren. natürliche größenverhältnisse werden dabei außer acht gelassen. auch die größe von balken, pfählen, flanken, schildfuß und schildhaupt sind festgelegt. so soll die breite eines alleinstehenden balkens ein drittel des schildes betragen. allerdings gibt es hier viele ausnahmen. wird der balken z.b. von zwei figuren begleitet, so kann er schmaler dargestellt werden. werden auf einem platz mehrere figuren dargestellt, z.b. drei sterne, so werden diese im dreieck dargestellt, wobei der untere stern größer ist, als die beiden oberen. figuren, die aus platzgründen kleiner oder gedrängter dargestellt werden müssen, dürfen deshalb aber nicht minder bewertet werden, als größer dargestellte figuren auf größeren plätzen.