Spinell

Relativ seltenes Mineral aus der Klasse der Oxide.
Aufgrund seiner großen Härte (Mohshärte 8) und der nur geringen Spaltbarkeit ist Spinell ein ausgezeichneter und leicht zu verarbeitender Schmuckstein.

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Drei herausragende Spinelle aus Burma (Myanmar)

Spinell ist außerdem Namensgeber einer Gruppe von Mineralien mit ähnlicher Zusammensetzung (AE2O4), der Spinellgruppe. Zu dieser gehören neben dem Spinell die Minerale Chromit, Gahnit, Hercynit, Magnetit u.a.

Namensherkunft: nicht vollständig geklärt.
Der Name "Spinell" stammt entweder vom altgriechischen σπίν(ν)ος [spín(n)os] für „Funke“ bzw. „funkeln“ oder vom lateinischen spina bzw. spinella für "Dorn" bzw. "Dörnchen", wegen der scharfkantigen oktaedrischen Kristalle.
Quellen: Wikipedia und mindat.org

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Synonyme und Handelsnamen: ein alter Name für rosa und rote Spinelle (und andere rote Edelsteine wie Granat und Rubin) ist Balas. Daraus abgeleitet haben sich Handelsnamen wie Balas-Spinell, Rubin-Spinell oder, besonders irreführend, Balas-Rubin.
Diese Begriffe sind heute zwar weitgehend ungebräuchlich aber nicht völlig ausgestorben.

Gahnospinell: zinkhältiger blauer Spinell

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Drei Gahnospinelle aus Sri Lanka

Pleonast: eisenreicher, opaker dunkelgrüner, dunkelblauer oder schwarzer Spinell

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Schwarze,undurchsichtige (opake) Pleonast Cabochons, vermutlich aus Vietnam

Verwechslungsmöglichkeiten: rosa und roter Spinell kann auf den ersten Blick mit vielen anderen ähnlich gefärbten Edelsteinen verwechselt werden, z.B. Rubin, Granat und rotem oder rosa Turmalin (Rubellith). Blauer Spinell kann mit blauem Turmalin (Indigolith) verwechselt werden.
Die Unterscheidung von einfachbrechendem Spinell und doppelbrechendem Rubin oder Turmalin ist sehr einfach. Zur Unterscheidung vom ebenso einfachbrechenden Granat reicht die Messung der Lichtbrechung.

Vorkommen: mindat.org listet mehr als 1400 Fundorte. Die wichtigsten davon liegen in Burma (Myanmar), Sri Lanka, Tanzania und Afghanistan

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Drei Spinelle aus Sri Lanka und Tansania


Verarbeitung: Spinell ist einer der härtesten Edelsteine und zeigt nur undeutliche Spaltbarkeit, was ihn zu einem hervorragenden, leicht zu verarbeitenden Schmuckstein macht.
Über Hitze- o. Säureempfindlichkeit ist uns nichts bekannt.
Ihnen schon? Bitte lassen Sie es uns wissen...

Wissenswertes: bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, als Forscher wie Haüy, Lavoisier und Mohs (nach dem die heute noch gebräuchliche Härteskala benannt ist) die Grundsteine der modernen Mineralogie legten, wurden rote Spinelle unter den Begriffen Balas oder Karfunkelstein subsumiert.

Im Lauf der Zeit entpuppten sich schließlich etliche der größten "Rubine" der Welt als Spinelle.

So ist z.B. der "Rubin" in der Zarenkrone Katharinas der Großen ein gigantischer afghanischer Spinell von mehr als 414cts Gewicht. Die Krone befindet sich in der Schatzkammer des Kremls.

Auch in den Britischen Kronjuwelen finden sich zwei eindrucksvolle Beispiele. Es sind dies der "Black Prince's Ruby", ebenfalls ein afghanischer Spinell von ca. 170cts Gewicht, der derzeit gemeinsam mit dem berühmten Cullinan II Diamanten (und mehr als 3000 anderen Edelsteinen) die Imperial State Crown ziert, sowie der "Timur Ruby", ein 361cts schwerer Spinell unbekannter Herkunft, der seit 1853 in einem Halsband gefasst ist und bis zum Jahr 1851 als größter Rubin der Welt galt.

Spinell wird in großen Mengen nach der Verneuil Methode synthetisiert. Bis zum Aufkommen von "Zirkonia" war farbloser synthetischer Spinell ein beliebter Diamantersatz.
Noch häufig anzutreffen sind synthetische Spinelle in Aquamarinfarbe, die bis in die 1960er Jahre massenhaft verarbeitet wurden. Die Diagnose ist in der Regel kein Problem und erfolgt z.B. über die Lichtbrechung oder mittels Polariskop über das Phänomen der Spannungsdoppelbrechung (auch: anormale Doppelbrechung), welches in synthetischen Spinellen immer beobachtet werden kann.

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Gemmologische Eigenschaften von Spinell

Formel:
MgAl2O4
Kristallsystem:
kubisch
Mohshärte:
8
Dichte:
3.54 bis 4.1, je nach Fe- u. Zn-Gehalt
Brechungsindex:
einfachbrechend 1.710 bis 1.735+
Dispersion:
0.02
Luminiszenz:
rosa und rot: schwach bis stark rot, blau: inert bis schwach rötlich o. grün
Glanz:
gläsern
Spaltbarkeit:
undeutlich
Bruch:
muschelig, uneben, spröde
Farbe:
rot, rosa, orange, gelb, blau, grün, braun, schwarz