Nephelin

Nephelin ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Klasse der „Silikate und Germanate“. Es gehört zudem zur Sodalit-Gruppe innerhalb der sehr großen Gruppe der Feldspathoide (Feldspatvertreter).

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Nephelin Nepheline
Nephelin aus Nephton, Ontario, Kanada (Craig Pit; American Nepheline Co. Mine)

Namensherkunft: Die Erstbeschreibung erfolgte 1801 durch René-Just Haüy, der das Mineral nach dem griechischen Wort νεφέλη nephele = Nebel, wegen der wolkigen Trübung bei der Zersetzung durch Säuren, nannte.

Synonyme und Handelsnamen: Eläolith oder Fettstein. Die Bezeichnung Eläolith stammt vom deutschen Chemiker Martin Heinrich Klaproth (1743 - 1817), dessen ganz besondere Vorliebe der Mineralienanalyse galt und setzt sich aus den griechischen Worten έλαιο eleo Öl und λίθος lithos Stein zusammen.

Verwechslungsmöglichkeiten: Nephelin kann mit sehr vielen anderen Mineralien verwechselt werden, am häufigsten mit den Feldspaten, mit denen er zusammen vorkommt, aber auch mit den Jademineralien Nephrit und Jadeit, mit Mitgliedern der Serpentingruppe wie Bowenit sowie mit Quarz, Apatit u.v.m.

Vorkommen: Nephelin ist gesteinsbildend und kommt in über 1500 Lagerstätten auf allen Kontinenten inklusive Antarktika vor. Typlokalität ist der Monte Somma, ein rund 4 km langer bogenförmiger Bergrücken des Somma-Vesuv-Vulkankomplexes östlich von Neapel in der Region Kampanien an der Westküste Italiens.

Die wichtigsten Fundstellen liegen in Russland (Kola Halbinsel), Norwegen, Kanada und Brasilien. Auch in Deutschland gibt es mehr als 100 Fundstellen, z.B. im Schwarzwald, in Oberfranken, in der Eifel, im Thüringer Wald u.a.
In Österreich sind Fundstellen am Pauliberg im Burgenland und in der Steiermark, bei Bad Gleichenberg, im Basaltsteinbruch Klöch und bei Mühldorf bei Feldbach bekannt.

Verarbeitung: Nephelin ist relativ weich, sehr hitzeempfindlich und extrem säureempfindlich. Kein Ultraschall, keine Galvanik, vor dem Löten unbedingt ausfassen!

Wissenswertes: als Schmuckstein spielt Nephelin aufgrund seiner Empfindlichkeit und der Seltenheit wirklich attraktiver Stücke eine - freundlich formuliert - untergeordnete Rolle.

In der Industrie ist Nephelin allerdings ein echtes Schwergewicht. Hauptabnehmer sind die Glas-, Keramik-, Aluminium- und Düngemittelindustrie.


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Gemmologische Eigenschaften von Nephelin

Formel:
(Na,K)AlSiO₄
Kristallsystem:
hexagonal
Mohshärte:
5½ - 6
Dichte:
2.55 - 2.66
Brechungsindex:
doppelbrechend 1.526-1.546
Max. Doppelbrechung:
0.003 - 0.004
Luminiszenz:
Manche deutschen Stufen zeigen hellblaue, solche aus Ontario orangefarbene Fluoreszenz
Glanz:
Glasglanz bis Fettglanz
Spaltbarkeit:
schwach bis undeutlich
Bruch:
kleinmuschelig, uneben, spröde
Farbe:
meist trüb, wolkig, selten farblos klar, auch weiß, lichtgrau, grünlich-grau, gelblich, rötlich, bräunlich, blaugrün