Smaragd

Wichtigster Vertreter der Spezies Beryll.

Einer der ältesten von der Menschheit verwendeten Edelsteine. Aufgrund der langen Geschichte widmen wir dem Smaragd deutlich mehr Raum, als den meisten anderen Edelsteinen in diesem Lexikon.

Smaragd im Shop



Namensherkunft: das Wort „Smaragd“ wurde über das lat. smaragdus aus dem griechischen σμάραγδος, smáragdos entlehnt und ist mit Sanskrit marakatam verwandt; vermutlich ist das Wort jedoch semitischen Ursprungs, vgl. akkad. barraqtu „glänzender Stein“, zur Wurzel brq „glänzen“ und hebr. ברקת (bāreqet), „Smaragd“ zu ברק (bâraq), „blitzen“.

(Zitat: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Smaragd)

 

Synonyme und Handelsnamen: keine


Verwechslungsmöglichkeiten: mit anderen grünen Steinen wie z.B. Verdelith (grüner Turmalin), Tsavolith (Tsavorit) Granat und Peridot. Außerdem gibt es grüne Berylle, die durch Vanadium und nicht wie der Smaragd durch Chrom gefärbt sind. Diese Steine dürfen nicht als Smaragde bezeichnet werden.

 

Dass Chrom ein farbgebendes Element des Smaragds ist, vermutete schon 1789 der französische Apotheker und Chemiker Louis-Nicolas Vauquelin. Um 1920 geriet auch Vanadium in diesen Verdacht, was später durch den russischen Mineralogen Alexander Fersman und durch die deutsche Firma I.G Farben, die synthetische Edelsteine produzierte, bestätigt wurde. Smaragde werden also durch Chrom und in vielen aber nicht allen Fällen (Habachtal?) auch durch Vanadium grün gefärbt.

Vorkommen: die wichtigsten Smaragdvorkommen liegen in Kolumbien (Muzo, Chivor und mehrere kleinere Minen) und Brasilien (viele Vorkommen in den Bundesstaaten Bahia, Goyas und Minas Gerais). Sehr wichtig sind auch mehrere afrikanische Vorkommen z.B. in Simbabwe, Sambia, Madagaskar und Tansania. Die meisten afrikanischen Smaragde zeichnen sich durch intensive, etwas kühlere, sehr leicht bläulichstichige Farbe aus, wohingegen südamerikanische Smaragde von wärmerem, gelblicheren Ton sind.

Weitere wichtige Vorkommen liegen in Asien. Aus mehreren kleinen Fundstellen in Pakistan und Afghanistan kommen Steine von teilweise höchster Qualität. Allerdings sind die geförderten Mengen sehr gering und die Steine haben innerasiatisch, z.B. in Indien, einen so legendären Ruf, dass nicht vieles davon in Europa in den Handel kommt.

Aus Russland kamen in den 1980er Jahren große Mengen qualitativ geringwertiger Steine, die meist in Indien zu Ketten verarbeitet wurden. In der Nähe der berühmten Alexandritlagerstätten, bei Malyshevo im Ural, werden jedoch auch Smaragde von sehr feiner Qualität gefunden.

Auch das Habachtal sei hier erwähnt, gehört die Fundstelle dort doch zu den ältesten bekannten Smaragdlagerstätten. Die Mine ist heute noch in Betrieb und die wenigen Steine, die noch gefunden werden, erzielen bei Sammlern Spitzenpreise, die oft deutlich über den Preisen vergleichbarer Smaragden aus anderen Lagerstätten liegen.

smaragd antikschliff - emerald cushion cutsmaragd smaragdschliff (treppenschliff) - emerald cut (step cut)smaragd emerald
Drei kolumbianische Smaragde von herausragender Qualität

Verarbeitung: Smaragd ist zwar hart, aber auch sehr spröde und daher sehr druckempfindlich.
Die meisten Smaragde werden durch Ölen reinheitsverbessert (siehe www.edelsteine.at/edelsteinbehandlungen/). Die Methode ist legal und von der CIBJO akzeptiert, solange nur farblose Füllstoffe verwendet werden.
Achtung: die Füllmaterialen können durch z.B. Wärme und Alkohol manchmal sehr leicht aus dem Stein gezogen werden. Vorsicht beim Löten, Auf- u. Abkitten, Reinigen und Nach- o. Umschleifen. Niemals im Ultraschall reinigen!

Einschlüsse: augenreine Smaragde sind extrem selten. Da die meisten Smaragde mehr oder weniger deutliche Einschlüsse zeigen, ist man diesbezüglich deutlich toleranter, als bei den meisten anderen Edelsteinen. Manchmal wird das Einschlussbild von Smaragd sogar beschönigend jardin, frz. für Garten, genannt.

smaragd jardin emerald garden  
Typisches Einschlussbild (Jardin)

In sehr seltenen Fällen zeigen Smaragde auch Chatoyance (Katzenaugeneffekt).

smaragd katzenauge - emerald cat´s eye  smaragd katzenauge - emerald cat´s eye
Smaragd Katzenaugen

Smaragd ist einer der wenigen Steine, die anhand ihres Einschlussbildes oft bis zu ihrem Fundort zurückverfolgt werden können.
So sind gezackte Dreiphasen-Einschlüsse (Flüssigkeit, Dampfblase und Salzkristall) typisch für kolumbianische Smaragde.


Dreiphasen-Enschluss

Finden sich zudem noch braune Parisitkriställchen, so stammt der Stein zweifelsfrei aus der Muzo Mine, bei Pyrit- oder Apatiteinschlüssen kann man die Chivor Mine als Ursprung annehmen.

  
Parisit - Muzo                     Pyrit - Civor

Die Smaragde aus Sta. Terezinha de Goyas, Brasilien zeichnen sich durch kohleartige Chromiteinschlüsse aus. Solche aus Itabira zeigen sehr oft Pyritkristalle, ähnlich denen der Chivor Mine, die zusammen mit Biotitplättchen und schwarzem Dolomit ebenfalls lokaltypisch sind.


Chromit - Goyas

In Habachtaler Smaragden finden sich recht grobe, nadelige Hornblendeeinschlüsse (Aktinolith und/oder Tremolith). Sind diese Hornblendeeinschlüsse haarfein und gebogen und zudem von Granateinschlüssen begleitet, so stammt der Stein aus Sandawana in Simbabwe. Die deutlichsten Aktinolitheinschlüsse sehen aus wie Bambusstäbchen und finden sich in Smaragden aus dem Ural.

  
Sandawana                        Ural

Einen Sonderfall stellen die sogenannten Trapiche Smaragde dar. Trapiche ist Spanisch und bezeichnet das Zahnrad, mit dem Zuckerrohr zerquetscht wurde. In Trapiche Smaragden bilden Einschlüsse aus kohlig schwarzem Tonschiefer ein Muster, vergleichbar den Speichen eines Rades.

Es gibt zumindest vier Arten von Trapiche Smaragden.
- schwarz umrandeter sechsseitiger Kern, von dem schwarze Speichen ausgehen
- solider schwarzer Kern mit schwarzen Speichen
- sechs Speichen, die sich in der Mitte treffen, kein Kern
- Kern und Speichen aus Smaragd, dazwischen Sandstein (reverse Trapiche)




Weiters finden sich sehr häufig Flüssigkeitsfahnen in Smaragden. Da diese aber auch in vielen synthetischen Smaragden zu finden sind, ist das bloße Vorhandensein von Flüssigkeitseinschlüssen kein Echtheitsbeweis mehr.

Geschichte: Obwohl Smaragd zu den ältesten dokumentierten Schmucksteinen gehört, gab es in der alten Welt bis zum 16. Jhdt, als die kolumbianischen Smaragde von den Spaniern erstmals nach Europa gebracht wurden, lediglich zwei als gesichert geltende Smaragdfundstellen, nämlich Ägypten und das Habachtal. Eine dritte Fundstelle könnte in Indien gelegen haben, dies ist jedoch nicht ausreichend dokumentiert.

Smaragde im alten Ägypten

Von ca. 3500 bis ca 200 v.Chr. war Ägypten dank seiner Türkis-, Peridot- und Smaragdminen der Welt wichtigster Edelsteinlieferant. Die Smaragdlagerstätten lagen mitten in der Wüste, weit südöstlich von Kairo. Wann diese entdeckt wurden ist umstritten. In einer Schrift des Ptah-Hotep, Wesir von Pepi I., der um 2300 v.Chr. lebte, wird der Smaragd das erste Mal erwähnt. Ob damit allerdings tatsächlich Smaragd gemeint war, ist jedoch zweifelhaft, weil mit dem ägyptischen wort mafek, wie auch mit dem griechischen smaragdos so gut wie alle grünen Steine bezeichnet wurden. Viele "Smaragde“ in altägyptischem Schmuck entpuppten sich später als andere Mineralien.

Nachweislich intensiv ausgebeutet wurden die ägyptischen Smaragdvorkommen in griechisch-römischer bis osmanischer Zeit, von ca 330 v.Chr. bis ca. 1240 n.Chr. Später gab es noch sporadischen Abbau, bald jedoch gerieten die Minen in Vergessenheit, bis sie 1816 von einem französischen Abenteurer wiederentdeckt und als "Minen der Kleopatra“ berühmt wurden. Die Lagerstätten sind heute nur mehr von historischem Interesse und nicht mehr profitabel.

Die ägyptischen Steine waren in der Regel von sehr geringer Größe, voller Einschlüsse und von schlechter Farbe. Aufgrund der ihnen zugeschriebenen magischen Kräfte waren die Steine dennoch hochbegehrt und fanden über die Seidenstraße ihren Weg bis nach Indien.

Leider sind nur wenige echte ägyptische Smaragde erhalten. In den Sammlungen ägyptischen, griechischen, etruskischen und römischen Schmucks des British Museums finden sich lediglich zwei Smaragde. Man nimmt an, dass die ägyptischen Minen niemals wirklich große Mengen lieferten, dass die meisten Steine aufgrund der inferioren Qualität kaputt gingen und wahrscheinlich wurde auch vieles pulverisiert und zu "Medizin" verarbeitet, vor allem in Indien.

Smaragd im alten Indien

Berylle, besonders Smaragde, könnten in Indien sogar noch früher bekannt gewesen sein als in Ägypten, es fehlen dafür jedoch überzeugende schriftliche oder archäologische Beweise. Die älteste Erwähnung findet sich im Rig Veda, einer Sammlung von Hymnen, Ritualtexten und religiös-philosophischen Schriften, die zwischen 1750 und 1200 v.Chr. entstanden sein dürfte. Darin wird der sogenannte Nava Ratna Talisman erwähnt. Nava Ratna ist Sanskrit und bedeutet "neun Edelsteine“. Einer davon ist der Smaragd.

Ob es sich dabei tatsächlich um indische Smaragde handelte ist jedoch zweifelhaft, weil archäologische Funde entlang der Seidenstraße, z.B. in Taxila, der alten Hauptstadt des Gandhara Reiches , das sich vom östlichen Afghanistan bis in den Punjab erstreckte, belegen, dass große Mengen Smaragd über die Seidenstraße von Ägypten nach Indien gelangten.

1944 wurden jedenfalls im Bundesstaat Rajasthan, Smaragde gefunden. Die Fundstelle war sehr unergiebig, ist heute nicht mehr produktiv und kein Beleg für die Existenz indischer Smaragde in historischer Zeit.

Smaragd im antiken fernen Osten

Die Verwendung von Smaragd in Fernost ist ein relativ junges Phänomen. Die Chinesen benutzten ab dem 18. Jhdt Berylle zur Herstellung von Schnupftabakfläschchen, die Herkunft ist jedoch meist unbestimmt. Heute gibt es jedoch einen Regen Handel mit den sehr prestigeträchtigen Smaragden, die dort zum Teil höhere Preise erzielen, als in Europa oder den USA. In Thailand, einem der großen Edelsteinhandelszentren der Welt, fällt es z.B. schwer mit Rubin oder Saphir zu beeindrucken. Der reiche Thai, der wirklich auf sich hält, trägt einen großen Smaragd, für den er vor Ort wahrscheinlich beträchtlich mehr bezahlen musste, als bei einem abendländischen Juwelier und der damit seinen Zweck, Reichtum zu signalisieren, bestens erfüllt.

Smaragd in griechisch-römischer Zeit

Eine Erwähnung von Smaragd findet sich in einem Textfragment des Theophrast, einem Aristoteles-Schüler, der von ca 372 bis 287 v.Chr. lebte. Er behauptet, dass das Starren auf Smaragd die Sehkraft verbessert. Fraglich ist dabei, wie bereits erwähnt, ob es sich beim smaragdos tatsächlich um Smaragd gehandelt hat.

Auch Plinius der Ältere schreibt in seiner Naturalis Historia, einer monumentalen Enzyklopädie von 37 Bänden, über den Smaragd. Er beschreibt zwölf Fundorte von Smaragd, darunter die antike Stadt Coptos, die nördlich von Theben an einer Karavanenroute lag, welche durch das Gebiet der ägyptischen Smaragdlagerstätten führte.

Bei allen anderen von Plinius beschriebenen Smaragden, manche so groß, dass man daraus Säulen und Denkmäler schnitt, handelt es sich offensichtlich um andere Mineralien, z.B. massiven Quarz oder Malachit.

Plinius erwähnt aber auch die berylli, die von gleicher Natur seien wie die smaragdi. Er schreibt, diese kämen hauptsächlich aus Indien und würden von geschickten Schleifern in sechseckiger Form geschliffen. Dies ist ein klarer Hinweis auf die hexagonale Kristallform von Beryll.

In hellenistischer und frührömischer Zeit fanden Edelsteine im Schmuck kaum Verwendung. Schmuckstücke wurden zumeist nur aus Gold gefertigt. Erst ab dem 1. Jhdt n.Chr. werden Smaragde, Amethyste, Perlen u.a. verstärkt zur Schmuckerzeugung verwendet. Die Steine wurden oft in Form von Kugeln, gemischt mit Amethyst und Bergkristall zu Ketten gefädelt. Die Kunst des Edelsteinschleifens war damals noch nicht weit entwickelt und so wurden die schön gewachsenen Smaragdkristalle oft nur entlang der C-Achse durchbohrt und aufgefädelt. Großer Beliebtheit erfreuten sich bei den Römern diverse Edelsteingravuren, wofür in seltenen Fällen auch Smaragd und andere Berylle verwendet wurden.

Die Römer bezogen ihre Smaragde aus Ägypten, wahrscheinlich aber auch aus dem Habachtal. Der Legende nach besaß Kaiser Nero ein Monokel, geschliffen aus Habachtaler Smaragd.

Smaragd in den frühen Amerikas

Als die Spanier im 16. Jhdt die neue Welt eroberten, waren dort Smaragde im Schmuck und in Zeremonienobjekten bereits seit langem in Verwendung. Kolumbianischer Smaragd war in Peru so populär, dass man für zumindest zwei Jahrhunderte nach der Conquista von peruanischem Smaragd sprach. Historiker meinen, die kolumbianischen Muzo- und eventuell auch andere Smaragdminen seien seit dem Jahre 1000 n.Chr. bekannt. Interessanterweise fand man kolumbianische Smaragde auch bei brasilianischen Ureinwohnern, was wahrscheinlich bedeuted, dass die riesigen brasilianischen Smaragdvorkommen noch nicht bekannt waren.

Die Spanier brachten große Mengen Smaragd nach Europa. Kurioserweise finden sich in den spanischen Kronjuwelen aber kaum Smaragde. Der spanische Adel war an den grünen Steinen kaum interessiert und tauschte sie größtenteils gegen Gold, von dem er niemals genug haben konnte. So gelangten enorme Mengen von Smaragd über das Ottomanische Reich und Persien bis nach Indien und trugen so dazu bei, die Legende von indischen Smaragden, die es möglicherweise gar nicht gab, zu bestärken.

Als die Portugiesen im 17. Jhdt Smaragde in Brasilien fanden und diese in Europa vermarkten wollten, stießen sie auf den erbitterten Widerstand der spanischen Händler, die ihr Monopol gefährdet sahen und schlichtweg behaupteten, es gäbe gar keine brasilianischen Smaragde. Daraufhin verschifften die gewitzten Portugiesen ihre Steine zuerst in ihre indischen Kolonien und brachten sie von dort als indische Smaragde, die ja einen legendären Ruf genossen, in den Handel…

Wissenswertes: es gab und gibt auf der Welt eine ganze Reihe von legendären Objekten aus Smaragd. Die meisten davon entpuppten sich im Lauf der Zeit als aus anderen Mineralien gefertigt.

Berühmt ist die sogenannte Sacra Cantina in der Kathedrale des Heiligen Johannes in Genua, eine Schale 36cm Durchmesser und 12,5cm Höhe, die während des ersten Kreuzzuges nach Europa gelangte.Der Legende nach erhielt sie König Salomon von der Königin von Sabah zum Geschenk. Unter König Herodes gehörte sie zum Tafelschmuck, fand von dort ihren Weg zum letzten Abendmahl, wo manchen Quellen nach Christus daraus getrunken haben soll.

Heute weiß man, dass es sich um Glas aus römischer Massenproduktion handelt, erzeugt im 1. oder 2. vorchristlichen Jahrhundert. Aus diesem Grund ist die Schale wohl doch nicht der Heilige Gral…

Als Napoleon Ende des 18. Jhdts Genua eroberte, sandte er die Schale nach Paris, wo sie als Glas identifiziert wurde. Auf dem Wr. Kongress 1815 wurde dekrediert, dass die Schale an Genua zurückgegeben werden musste. Auf dem Weg zerbrach sie, wurde jedoch kunstgerecht repariert. In Genua gibt es aber nach wie vor Leute, die behaupten, Napoleon hätte lediglich eine Nachbildung aus Glas erbeutet und die echte Sacra Cantina befände sich nach wie vor an einem geheimen Ort in Genua.

Das derzeit wohl berühmteste Objekt ist der sogenannte Smaragd-Buddha, eine inkl. Thron 66cm hohe Buddhastatue im Wat Phra Kaeo Tempel im alten Königspalast in Bangkok. Die Figur ist unbestimmten Alters und wurde der Überlieferung nach von einem himmlischen Bildhauer gefertigt. 1464 in Chiang Rai gefunden, gelangte sie über viele Umwege nach Bangkok, wo König Rama I 1785 einen Tempel für sie bauen liess. Auch diese Figur ist nicht aus Smaragd. Im Führer wird behauptet, der Buddha sei aus einem einzigen Stück Jade geschnitten. Auch das wird allerdings von Gemmologen bezweifelt. Da die Figur jedoch heilig (und zudem schlecht ausgeleuchtet) ist und man sich ihr als Normalsterblicher nicht nähern darf, ist ungewiss, ob wir jemals genaues erfahren.

Und last but not least birgt die Wiener Schatzkammer ein einzigartiges Stück, den größten geschnittenen Smaragd der Welt in Form eines kleinen Gefäßes von 2680 Carat. Der kolumbianische Stein kam zu Beginn des 17. Jahrhunderts in den Besitz der Habsburger. 1641 bat Kaiser Ferdinand III. den berühmten Steinschneider Dionysio Miseroni, den Stein zu bearbeiten. Es dauerte fast zwei Jahre, bis Miseroni dem Kaiser das vollendete Werk übergeben konnte.
Derartige Stücke werden als mirabilia, Wunderstücke, bezeichnet, die den imperialen Machtanspruch und Reichtum des Kaisers demonstrieren sollten und nicht für einen praktischen Verwendungszweck gedacht waren. Als Ferdinand III. 1645, gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges, in Genua Geld auf den Smaragd aufnehmen wollte, weigerten sich die Juweliere, ihn zu schätzen, da sie mit so großen Stücken nicht handelten. Im Tausch soll der Großherzog von Florenz drei Tonnen Gold dafür geboten haben. Warum es dazu nicht gekommen ist, entzieht sich leider unserer Kenntnis.

Smaragd im Shop

Literaturhinweis: "Beryls" von John Sinkankas und Peter G. Read, Butterworth 1986 ISBN 0-408-01543-8

Gemmologische Eigenschaften von Smaragd

Formel:
Be3Al2(Si6O18)
Kristallsystem:
hexagonal
Mohshärte:
7,5-8
Dichte:
2,60-2,90
Brechungsindex:
doppelbrechend 1.564-1.602
Max. Doppelbrechung:
0,007
Dispersion:
0,014
Pleochroismus:
deutlich, grün, blaugrün/gelblich grün
Luminiszenz:
inert
Glanz:
gläsern
Spaltbarkeit:
unvollständig
Bruch:
spröde muschelig
Farbe:
grün, gelblich grün, (sehr leicht) bläulich grün