Padparaja Saphir

Handelsname für rosa-orange und orange-rosa färbigen Saphir.
Padparaja Saphire gehören zu den seltensten, gesuchtesten und teuersten Saphiren.



padparaja padparadscha padparadja Saphir
Feiner Padparaja Saphir aus dem Umba Tal, Tansania

Namensherkunft: abgeleitet vom singhalesischen Wort für Lotusblüte padmaraga.

Synonyme und Handelsnamen: keine, allerdings existieren unterschiedliche Schreibweisen wie z.B.: Padparadscha oder Padparadja

Verwechslungsmöglichkeiten: es gibt einige andere Edelsteine, die in Padparaja-Farbe oder padparaja-ähnlicher Farbe vorkommen können z.B. Topas (besonders aus der Gegend um Ouro Preto, Brasilien), rosa Beryll (Morganit), Turmalin u.a.
Die Identifizierung ist in der Regel nicht schwierig und erfolgt z.B. über den Brechungsindex oder das spezifische Gewicht.

Auf dem Markt befinden sich auch viele beryllium-behandelte Saphire in Padparaja Farbe. Das Ausgangsmateriel für solcherart behandelte Saphire stammt aus Songea, Tansania. Demzufolge werden diese Steine auch oft lediglich als Songea Saphire bezeichnet, obwohl die Berylliumbehandlung laut CIBJO der speziellen Auskunftspflicht unterliegt und beim Verkauf angegeben werden müsste.

Beryllium behandelter treated padparaja padparadscha padparadja Saphir
Ein berylliumbehandelter Padparaja Saphir aus Songea, Tansania

Ein viel größeres Problem stellt die Frage dar, ob es sich um tatsächlich um die begehrte Padparaja-Farbe handelt oder "nur" um rosa oder orangefärbigen Saphir. Näheres dazu siehe weiter unten "Wissenswertes".

Vorkommen: früher fast ausschließlich in Sri Lanka gefunden, gibt es heute auch Vorkommen in Vietnam und Tansania (Umba Tal).

Verarbeitung: aufgrund der überaus großen Härte und der fehlenden Spaltbarkeit sind Saphire in der Regel sehr gut zu verarbeiten.
Allerdings sollten Saphire nicht ins Feuer genommen werden. Zum einen, weil bei höheren Temperaturen Farbveränderungen auftreten können, zum anderen, weil Korunde meist Flüssigkeits- u. Mineraleinschlüsse enthalten, die höhere Ausdehnungskoeffizienten als der Wirtskristall aufweisen. Bei Erhitzung dehnen sich diese Einschlüsse stärker aus, was zu Rissbildung oder sogar Zerstörung führen kann.

Wissenswertes: die Definition der Padparaja-Farbe ist bis heute ein schwieriges Thema, sowohl in der Gemmologie, als auch im Handel. Einig ist man sich darin, dass sowohl eine Rosakomponente als auch eine Gelb- bzw. Orangekomponente zweifelsfrei festgestellt werden müssen, damit sich ein Saphir als Padparaja qualifiziert.
Welche der beiden Farbkomponenten dominant ist bzw. sein muss, ist nicht festgelegt, sodass es Padparajas gibt, die eher am gelben bzw. orangen Ende der Bandbreite zu finden sind, als auch solche, die näher bei rosa Saphir liegen.
In Sri Lanka wird der Begriff Padparaja traditionellerweise für Saphire verwendet, die dem Rosa der Lotusblüte näher sind, als dem gelben oder orangefärbigen Saphir.

Gemmologische Eigenschaften von Padparaja Saphir

Formel:
Al2O3
Kristallsystem:
trigonal
Mohshärte:
9 (Referenzstein)
Dichte:
3,99 bis 4,1
Brechungsindex:
doppelbrechend 1,759-1,772
Max. Doppelbrechung:
0,008 bis 0,009
Dispersion:
0,018
Pleochroismus:
schwach bis deutlich
Luminiszenz:
deutlich
Glanz:
gläsern
Spaltbarkeit:
keine
Bruch:
kleinmuschelig bis splittrig
Farbe:
von rosa mit orange bis gelb/orange mit rosa