Karneol ist eine Varietät des Chalzedons und gehört zur Familie der Quarze. Seine charakteristische orange- bis rotbraune Färbung entsteht durch Eisenoxid-Einschlüsse.


Ein besonders apartes Exemplar eines gestreiften Karneols
Namensherkunft: vermutlich vom lateinischen Wort cornum (Kornelkirsche), möglicherweise aber auch von carneolus (fleischfärbig) abgeleitet.
Verwechslungsmöglichkeiten: mit dem braunen Sarder (auch Sardonyx genannt), Feueropal, Orangencalcit, Aragonit, Hessonit und Spessartin Granat u.a.



Zwei Karneole und ein Spessartin Granat (Nigeria)



Zwei Feueropale (Mexiko) und ein Mandarin Granat (Kunene, Namibia)



Zwei Calcite (Mexiko) und ein Aragonit (Rössing, Namibia)
Vorkommen: weltweit, auf allen Kontinenten außer Antarktika. Mindat.org nennt insgesamt 136 Fundstellen (Stand April 2026)

Karneol aus Südafrika
Verarbeitung: wird nur von Flusssäure (Fluorwasserstoffsäure) angegriffen. Von galvanischen Bädern fernhalten. Ansonsten ist Karneol problemlos zu verarbeiten.
Wissenswertes: Die Geschichte des Karneols ist im Grunde eine Geschichte der menschlichen Zivilisation selbst. Kaum ein anderer Stein wurde über so viele Jahrtausende hinweg durchgehend als Schmuck- und Siegelstein genutzt.
Schon in der Jungsteinzeit (ca. 4.000–5.000 v. Chr.) begannen Menschen, Karneol zu bearbeiten.
Varna-Kultur (Bulgarien): in den Gräberfeldern von Varna wurden einige der ältesten Karneolperlen der Welt gefunden, die bereits sorgfältig geschliffen waren.
Indus-Zivilisation (heutiges Pakistan/Indien): die Handwerker von Mehrgarh und Lothal waren wahre Meister, die bereits das "Brennens" zur Farbverbesserung und das Schleifen und sogar Bohren für Ketten beherrschten. Karneol aus dieser Region war ein begehrtes Exportgut bis nach Mesopotamien.
Die Ägypter nutzten Karneol für Amulette, Siegelringe und Schmuckstücke, wie zahlreiche Grabbeigaben belegen. Im Grab des Tutanchamun fanden sich Dolche, deren Griffe mit Karneol besetzt waren, sowie Ringe, Armbänder und Ohrringe mit Karneol.
Im Ägyptischen Totenbuch wird beschrieben, dass Amulette aus Karneol (oft in Form des Isisknotens) den Verstorbenen vor den Gefahren der Unterwelt schützen sollten.
In Griechenland und vor allem im Römischen Reich erreichte die Verwendung des Karneols einen praktischen Höhepunkt. Es sind zahlreiche Intaglios (vertieft geschnitzte Bilder) mit Darstellungen von Göttern, Kaisern, Frauenfiguren u.a. erhalten. Außerdem wurde Karneol zum Standard für Siegelsteine. Anders als z.B. in Lapis Lazuli bleibt nämlich Siegellack an Karneol, zumal wenn er durch Anhauchen feucht gemacht wird, kaum haften und verändert auch die Farbe des Steins nicht.