Aussie Saphir - ein Comeback?

FURA Gems, eine 2017 gegründete Firma mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten, wurde fast aus dem Stand zu einem der größten Edelsteinanbieter der Welt. Fura ist Mehrheitseigentümer der Cosquez Smaragdmine in Kolumbien, schürft Rubine in Mosambik und seit Neuestem auch Saphire in Queensland Australien.

Das Engagement in Australien mutet etwas verwunderlich an. Sowohl kolumbianische Smaragde als auch Rubine aus Mosambik genießen hervorragenden Ruf, was man von australischen Saphiren nicht gerade behaupten kann. Die zumeist sehr dunkle Farbe wird im Handel gerne scherzhaft aber nicht ganz unberechtigt als "Mitternachtsblau" bezeichnet.

Wie dem auch sei, FURA ist scheinbar angetreten, das zweifelhafte Image zu verbessern, den Begriff "Australischer Saphir" als Marke zu etablieren und die Steine weltweit zu vermarkten. Man möchte an die "glorreichen Jahre des späten 20 Jahrhunderts" anschließen, "als Australien 90% der weltweit geförderten Saphire lieferte".

Wir halten den behaupteten Weltmarktanteil von 90% zwar für übertrieben, aber zweifellos spielten australische Saphire in den 1980er und 1990er Jahren eine deutlich größere Rolle als heute. Der Grund war jedoch nicht die besondere Qualität, sondern die einfache Tatsache, dass es viel zu wenige Saphire auf dem Weltmarkt gab.

Die beiden Lagerstätten in Kaschmir waren schon lange erschöpft, Burma lieferte nur sehr wenig und die ebenfalls zu wenigen Steine aus Sri Lanka wurden immer teurer. Die seit den 1920er Jahren als erschöpft geltende thailändische Lagerstätte nahe Kanchanaburi wartete noch auf ihre Wiederbelebung und die großen afrikanischen Lagerstätten waren noch nicht entdeckt. Einzig Australien konnte große Mengen liefern. Die, wie bereits erwähnt, zumeist viel zu dunklen und oft noch mit einem unerwünschten Grünstich behafteten Steine konnten auch durch Hochtemperaturbehandlungen nur wenig verbessert werden, verkauften sich aber trotzdem weltweit gut, schlichtweg weil es kaum anderes gab!

Mit dem Erfolg war es jedoch bald vorbei, als in den späten 1970er Jahren die Minen in Kanchanaburi wieder in Betrieb gingen und bis in die 1990er Jahre riesige Mengen lieferten. Kanchanaburi Saphire galten (und gelten) zwar auch nicht als sehr hochwertig, deutlich attraktiver als die meisten australischen Saphire sind sie jedoch allemal. Es folgten die Entdeckungen großer Lagerstätten in Madagaskar und seit damals sind australische Saphire außerhalb Australiens wieder so gut wie unverkäuflich.

Zurück zu FURA´s Bemühungen, Aussie Saphiren wieder zu Weltruf zu verhelfen.

Der erste Schritt war die "erste und größte" Auktion von Rohware, die von 15. bis 19. September 2021 in Bangkok stattfand, und die laut eigener Aussage ein riesiger Erfolg war. Angeboten wurden 95 lots mit insgesamt 900.000cts "einzigartiger, selten gesehener, ausschließlich natürlicher und unbehandelter Rohsaphire in einem breiten Farbspektrum, das Blau, Blaugrün, Zweifärbig und Gelb umfasste".

Firmenpräsident Dev Shetty meinte, man hätte mit 15 bis 20 Teilnehmern gerechnet, tatsächlich hätte es aber über 80 Anmeldungen gegeben. Aufgrund pandemie-bedingter Einschränkungen konnte man allerdings nur 45 Teilnehmer zulassen.

Jedenfalls wurden 83 der 95 lots verkauft. Ironischwerweise war der größte Käufer die australische SAM Gruppe, die sich erfreut zeigte, dass sie mehr als 430.000cts zurück nach Australien bringen kann, um den Bedarf der lokalen Schmuckindustrie zu befriedigen. Dort seien die Steine wegen des einzigartigen und schönen Blaugrüns im Trend. Im Rest der Welt ist diese Farbe bei Saphir nicht sonderlich begehrt. Gesucht wird üblicherweise ein möglichst reines Blau und jeder Grünstich wird mit Wertabzügen streng bestraft.

Wir wünschen FURA viel Erfolg, vermuten aber, dass trotz allen Marketings Australien der größte Markt bleiben wird…