Im Frühmittelalter (bis ca. 1050) war der verbreitetste Helmtyp der Spangenhelm. Er bestand aus mehreren Metallplatten, die durch eiserne Bänder (Spangen) zusammengehalten wurden und schützte den Kopf vor Hieben und Stichen, während das Gesicht oft noch frei blieb.

Später dominierte der Nasalhelm mit seinem charakteristischen Nasenstück. Er bot etwas mehr Schutz, ließ aber das Gesicht weiterhin offen, was guter Sicht und Verständigung diente.


Im Hochmittelalter (11.–13. Jh.) änderte sich die Kriegsführung radikal. Die Lanzenangriffe der schweren Kavallerie erforderten massiveren Schutz, es entstand der Ritterhelm schlechthin, der Kübel- o. Topfhelm, auch Großer Helm genannt. Dies ist der ikonische Helm der Kreuzritter. Er umschloss den gesamten Kopf und ruhte oft auf den Schultern.

Eine kulturelle Auswirkung des Topfhelms, der das Gesicht vollständig verbarg, war, dass Ritter begannen, Wappen auf ihren Schilden und Helmzierden (Zier aus Holz oder Leder) zu tragen, um im Schlachtengetümmel erkennbar zu sein - es entstand die Heraldik.
Im Spätmittelalter (14. u. 15. Jhdt) entwickelte sich der Helm rasant:
Die Beckenhaube (Bascinet) entwickelte sich aus der Hirnhaube, einem leichten Helm, der im 13. Jahrhundert zusammen mit einer gepolsterten Kappe und einer Haube aus Ringpanzergeflecht, der Kettenbrünne, unter dem Topfhelm von Reitern getragen wurde. Ab dem 14. Jhdt. wurde die Kettenbrünne immer öfter direkt an der Hirnhaube befestigt. Diese wurde zunehmend größer und schließlich ohne den früher darüber getragenen, schweren Kübelhelm verwendet. Die Helmglocke wurde spitz ausgetrieben, um Schläge von oben besser abzuwehren, und der Helmrand wanderte nach unten, bis die Beckenhaube mit Ausnahme der Gesichtspartie den ganzen Kopf umschloss.
Um das Gesicht zu schützen, konnte daher ein Nasal oder ein Klappvisier angebracht werden.

Im 15. Jahrhundert wurde im deutschsprachigen Raum die sogenannte Schaller populär. Sie ist optimiert für den Lanzenkampf und besticht durch ihre elegante, fließende Form und einen langen Nackenschutz.
Das untere Drittel des Gesichtes wurde durch die Schaller nicht geschützt. Die Ritter trugen einen separaten Kinnschutz, den so genannten Bart.
Die Schaller ist das Paradebeispiel für die Verschmelzung von Schutz und spätgotischer Ästhetik
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Hundsgugel (15. Jh.): aus der mit Visier versehenen Beckenhaube entstand in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts die stromlinienförmige und für den Lanzenkampf optimierte Hundsgugel mit spitzem Visier, ein Meisterwerk mittelalterlicher Handwerkskunst. Der Name leitet sich von dem einer Hundeschnauze ähnelnden Visier und der Gugel ab, einer vor allem im 14. Jhdt getragenen kapuzenartigen Kopfbedeckung mit Kragen, die von Männern und Frauen getragen wurde.


Mit dem Aufkommen von Feuerwaffen (ab 16. Jh.) verlor der Ritterhelm seine militärische Bedeutung. Doch er überlebte als Symbol der Macht: