Sodalith

Sodalith ist ein relativ häufig vorkommendes Mineral der Klasse „Silikate und Germanate“.

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facettierter Sodalith faceted sodalite

Sodalith aus der einzigen uns bekannten Fundstelle von facettierbarem Material : Opuwo (früher Ohopoho), Kunene, Namibia.

Namensherkunft: vom lateinischen sodium für Natrium und dem griechischen λίθος (lithos) für Stein in Anspielung auf den hohen Natriumgehalt

Synonyme und Handelsnamen: sehr selten findet man die Bezeichnungen Alomit, Ditroit, Glaucolit und Kanadischer Lapis. Letzterer bezieht sich auf eine bedeutende, 1891 in Ontario, Kanada entdeckte Lagerstätte.

Verwechslungsmöglichkeiten: blauer Sodalith kann mit Lapis Lazuli verwechselt werden. Hellerer blauvioletter Sodalith kann mit ähnlich gefärbtem Chalzedon und violetter Jade verwechselt werden. Transluzenter Sodalith kann mit einer Reihe anderer blauer Steine wie z.B. Saphir und Kyanit verwechselt werden, ist jedoch über die physikalischen Eigenschaften wie Brechungsindex und spezifisches Gewicht leicht zu identifizieren.

Sodalith sodaliteSodalith sodalite

Sodalith mit typischen Einschlüssen von weißem Calcit

Vorkommen: Sodalith kommt auf allen Kontinenten inklusive Antarktis vor. Mindat.org listet 623 Fundstellen (Stand 2024)
Typlokalität ist das Llimaussaq Massiv im Distrikt Narsaq, Grönland, wo Sodalith 1811 erstmals gefunden wurde. Die Erstbeschreibung erfolgte 1812 durch den schottischen Chemiker und Mineralogen Thomas Thomson.

Verarbeitung: Sodalith ist ausgesprochen säure- und temperaturempfindlich. Kontakt mit Säuren führt rasch zu Farbverlust und schließlich zur Auflösung. Auch Kontakt mit sehr heißem Wasser führt zu Farbveränderung bzw. -verlust, weshalb Sodalith keinesfalls im Ultraschall gereinigt werden darf!

Wissenswertes: Hackmanit, eine nach dem finnischen Geologen Victor Hackman benannte weiße bis violettrote Varietät des Sodaliths zeichnet sich durch sogenannte Photochromie aus. Hackmanit verändert bei Einwirkung von starkem Licht, z.B. Sonnenlicht, seine Farbe. Bei Farbintensivierung spricht man von positiver Photochromie, es gibt aber auch negative photochromen Hackmanit, dessen Farbe bei Einwirkung von Sonnenlicht schwächer wird. Die durch Photochromie erzeugte Farbveränderung ist immer reversibel. Wenn die Steine aus der Sonne genommen werden, so stellt sich die ursprüngliche Farbe wieder ein.

photochromie tenebrescence

Hackmanit vor und nach der Einwirkung von Sonnenlicht
Foto: Wikipedia

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Gemmologische Eigenschaften von Sodalith

Formel:
Na8[Cl2|(AlSiO4)6]
Kristallsystem:
monoklin
Mohshärte:
5.5 - 6
Dichte:
2.27 - 2.33
Brechungsindex:
1.483 - 1.487
Max. Doppelbrechung:
keine, einfachbrechend
Dispersion:
0.018
Pleochroismus:
keiner
Luminiszenz:
stark, gelb bis orangerot
Glanz:
Glasglanz bis Fettglanz
Spaltbarkeit:
undeutlich
Bruch:
uneben bis muschelig
Farbe:
zumeist blau, seltener weiß, gelblich, grünlich, rötlich, rosa bis violettrot (Var. Hackmanit)