Iolith

Gemmologische Bezeichnung für Cordierit in Edelsteinqualität

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Iolith in selten feiner Qualität: benannt nach dem französischen Mineralogen und Geologen Pierre Louis Antoine Cordier (1777 bis 1861). Cordier war Mitglied der Akademie der Wissenschaften, Mitbegründer der Französischen Geologischen Gesellschaft und Direktor des Naturhistorischen Museums Paris

Synonyme und Handelsnamen: die mineralogisch korrekte Bezeichnung lautet Cordierit. Im Handel wird Cordierit in Edelsteinqualität als Iolith bezeichnet. Ältere, nicht mehr gebräuchliche Handelsnamen sind Dichroit, Wassersaphir und Luxsaphir, manchmal auch Luchssaphir.

Verwechslungsmöglichkeiten: aufgrund der Farbe könnte man Iolith bei oberflächlicher Betrachtung mit Tansanit verwechseln, tatsächlich ist der Iolith anhand seines einzigartigen Dichroismus (Zweifärbigkeit) sehr leicht zu identifizieren (siehe weiter unten, Wissenswertes).

Vorkommen: Cordierit ist ein gesteinsbildendes Mineral und kommt auf allen Kontinenten und sogar in der Antarktis vor. Die wichtigsten Fundorte für Iolith, also Cordierit in Edelsteinqualität, liegen in Südindien und Sri Lanka. Kommerziell weniger bedeutende Lagerstätten liegen unter anderem in China, Burma, Tansania und Brasilien.

iolith smaragdschliff - iolite emerald cut  iolith oval - iolite oval
Zwei Iolithe aus Orissa, Indien

Verarbeitung: Iolith ist hitzeempfindlich. Vorsicht beim Löten. Außerdem ist Iolith spröde und daher trotz der nur unvollständigen Spaltbarkeit und der guten Härte stoß- und druckempfindlich. Vorsicht beim Fassen. Als Ringstein sollte Iolith mit Vorsicht getragen werden.
    
Wissenswertes: Iolith zeigt in einer Richtung die typische blauviolette Farbe, die von wässrig hell (daher der alte Name Wassersaphir) bis sehr dunkel reichen kann. Kippt man den Stein um 90°, so erscheint er hell bis deutlich (gelblich oder bräunlich) grau. Dieses Phänomen wird von keinem anderen Mineral so deutlich gezeigt und ist daher absolut diagnostisch.

Gelegentlich werden Iolithe mit zahlreichen Hämatiteinschlüssen in Form roter Plättchen gefunden. Im Englischen wird diese Art Iolith als "bloodshot Iolite" (blutunterlaufener Iolith) bezeichnet.

bloodshot iolite
"Bloodshot Iolite"

Noch seltener sind Iolith-Katzenaugen. Seit Gründung unserer Firma (1987) konnten wir gerade ein einziges Exemplar erwerben!

Iolith Katzenauge - Iolite cat´s eye
Iolith Katzenauge aus Indien

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Gemmologische Eigenschaften von Iolith

Formel:
(Mg,Fe)2Al3[Al2Si5O18]
Kristallsystem:
orthorhombisch
Mohshärte:
7-7,5
Dichte:
2,55-2,77, durchschnittlich 2,65
Brechungsindex:
doppelbrechend 1,527-1,578
Max. Doppelbrechung:
0,011 bis 0,018
Dispersion:
0,017
Pleochroismus:
sehr stark, blassgelb/blauviolett
Luminiszenz:
inert
Glanz:
gläsern
Spaltbarkeit:
keine bis undeutlich
Bruch:
muschelig
Farbe:
hellblau bis intensiv blauviolett