Haüyn

Auch: Hauyin

Sehr seltenes, oft spektakulär gefärbtes Mineral der Sodalithgruppe.
Haüyn ist einer der Bestandteile von Lapis Lazuli

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Namensherkunft: Haüyn wurde erstmals durch Abbé Gismondi am Nemisee (italienisch Lago di Nemi) in der italienischen Region Latium entdeckt und 1803 in einer ungedruckten mineralogischen Abhandlung als Latialit beschrieben. Er gab seine Abhandlung an den dänischen Gelehrten Tønnes Christian Bruun-Neergaard(1776–1824) weiter, der sie am 25. Mai 1807 als Grundlage für eine Vorlesung in der Klasse der Wissenschaften des Nationalinstituts nutzte, um das neue Mineral der Öffentlichkeit vorzustellen. Da es zu dieser Zeit meist abgelehnt wurde, Minerale nach ihrem ersten Fundort zu benennen und das neue Mineral zudem auch schon am Monte Somma gefunden worden war, schlug Bruun-Neergaard vor, das neue Mineral nach dem französischen Mineralogen René-Just Haüy (1743–1822) als Hauyn (heute korrekt: Haüyn) zu bezeichnen.
Quelle: Wikipedia

Synonyme und Handelsnamen: Hauyn, veraltet: Hauynit und Latialit

Verwechslungsmöglichkeiten: mit anderen leuchtend blauen Steinen wie z.B. Apatit und Paraïba Turmalin.

Vorkommen: mindat.org führt etliche über fast die ganze Welt verteilte Fundstellen an, zum Beispiel in Italien, Österreich, Kanada, den USA, einigen afrikanischen Staaten, Afghanistan und sogar in Grönland.
Die wichtigsten Fundstellen liegen jedoch in der Eifel, Deutschland, dem bislang (Jänner 2014) einzigen Gebiet, das die begehrten blitzblauen Steine in schleifwürdiger Qualität liefert.

Verarbeitung: Haüyn ist perfekt spaltbar und daher äußerst druckempfindlich. Zudem ist Haüyn auch wärme- und säure-empfindlich. Vor dem Löten unbedingt ausfassen, nicht im Ultraschall reinigen, keine galvanischen Bäder.

Wissenswertes: der bislang größte bekannte Haüynkristall mit ca. 3,2cm Durchmesser wurde im Oktober 2012 gefunden und befindet sich im Besitz der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Die meisten Haüynkristalle sind kleiner als 5mm. Facettierte Steine von mehr als einem halben Carat Gewicht gelten bereits als groß.

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Gemmologische Eigenschaften von Haüyn

Formel:
Die chemische Zusammensetzung von Haüyn ist schwer zu ermitteln, da es sich zumeist um komplexe Mischkristalle zwischen verschiedenen Gliedern der Sodalithgruppe (hauptsächlich Sodalith, Nosean und Lasurit) handelt. Daher werden in der Literatur unterschiedliche chemische Formeln genannt, neuere Quellen geben sie idealisiert an als Na3Ca(Si3Al3)O12(SO4)
Wikipedia
Kristallsystem:
kubisch
Mohshärte:
5,5 bis 6
Dichte:
2,44 bis 2,50
Brechungsindex:
1,494 bis 1,509
Max. Doppelbrechung:
keine
Pleochroismus:
keiner
Luminiszenz:
LWUV gelborange, KWUV rosa bis rotorange
Glanz:
Fettglanz bis Glasglanz
Spaltbarkeit:
perfekt
Bruch:
muschelig
Farbe:
blau, seltener braun, gelb, grau, grün, grünblau, rot, weiß