Rückblick und Vorschau
2010 war ein gutes Jahr für die Juewelenbranche.
Nach wie vor tragen viele Menschen ihr Erspartes lieber zum Juwelier als auf die Bank.
Über die Gründe können wir nur spekulieren. Sicherlich spielen die derzeit noch immer sehr niedrigen Zinsen eine wesentliche Rolle und möglicherweise haben die Banken ja auch noch mit einem gewissen Vertrauensverlust, den die Krise von 2008 und 2009 - Stichwort: Rettungspaket - ausgelöst hat, zu kämpfen.
Tatsache ist auch, dass in Krisenzeiten, und die Nachrichten sind trotz wieder einsetzendem Wachstum noch nicht allzu gut, vermehrt in solide Sachwerte investiert wird. Dazu gehören eben auch Edelsteine und Schmuck.
Wie dem auch immer sei, es war, wie gesagt, ein erfolgreiches Jahr.
Im Vergleich zu 2009 ergaben sich einige Verschiebungen. Der Trend zu Pavée Fassungen scheint langsam abzuebben und auch die Farbe Lila bzw. Violett ist nicht mehr so gefragt, wie in den letzten Jahren.
Die Nachfrage nach feinen Rubinen stieg weiter, allerdings wird es zunehmend schwieriger, gute Steine zu bekommen. In Burma stellten dutzende Minen den Betrieb ein, aus Winza (siehe
Winza-Rubin-–-Geburt einer Legende und
Winza-Rubin) hört man nichts mehr und auch in Bangkok, dem Hauptumschlagplatz für Rubin, sperren Rubinhändler reihenweise zu oder verlagern die Geschäftstätigkeit auf andere Edelsteine.
Auch der Tansanit erfreut sich wieder steigender Beliebtheit, was wohl zum einem daran liegt, dass die Preise derzeit so günstig sind, wie seit zwanzig Jahren nicht mehr, zum anderen sicherlich auch daran, dass diesem Stein ein enormes Potential zur Wertsteigerung attestiert wird. Siehe dazu unsere Artikel
Tansanit-Rally? und
Geldanlage Edelstein.
Generell lässt sich sagen, dass die Umsätze im mittleren Preissegment stark zugenommen haben, während der Markt für wirklich exquisite Steine in etwa gleich blieb.
Für 2011 erwarten wir wieder ein gutes Geschäftsjahr. Die Nachfrage nach Rubinen in guter bis sehr guter Qualität dürfte anhalten, ebenso die nach Tansanit.
Was die Modefarben des Jahres betrifft, so sind sich die Auguren offenbar uneinig. Vogue spricht von Schwarz, manche setzen auf Blau und Türkis und viele prognostizieren einen bunten Farbmix von Blau, Rosa, Flieder, Violett, Minzgrün und Orange.
Wenn die Umsätze auf den großen internationalen Edelsteinmärkten und -messen als Gradmesser dienen können, so deutet einiges darauf hin, dass der Smaragd zum Stein des Jahres werden könnte.
Wir lassen uns gerne überraschen, haben aber sicherheitshalber damit begonnen, unser Smaragdlager deutlich auszubauen.