Wiener Edelstein Zentrum - Online kaufen - Internationaler Versand Tel/Fax ++43 (0) 1 789 10 45    


   
 

edelstein lexikon

Zirkon

Man unterscheidet Hoch-, Mittel- u. Tiefzirkone (sogenannte metamikte Zirkone). Siehe unten "Wissenswertes"

Namensherkunft: vom persischen azargun, goldfarben

Synonyme und Handelsnamen: Hyazinth (für orange und rote Zirkone), Starlit (für blauen Zirkon), Azorit
 
Verwechslungsmöglichkeiten: Hoch- u. Mittelzirkone können aufgrund des extrem hohen spezifischen Gewichts und der sehr starken Doppelbrechung kaum verwechselt werden.

Grüne Tiefzirkone könnten mit anderen grünen Steinen wie z.B. grünem Turmalin verwechselt werden. Diese sind jedoch stark doppelbrechend und deutlich pleochroisch, was sie von fast oder gänzlich einfachbrechenden Tiefzirkonen leicht unterscheidbar macht.

Demantoid Granate sind an der hohen Dispersion, eventuell vorhandenen "Pfedeschwanzeinschlüssen" (bei russischen Demantoiden) und dem höheren Brechungsidex von 1,875 (Tiefzirkon 1,78 bis 1,81) zu unterscheiden.

Grüne Grossular Granate (Tsavolith) sind am deutlich niedrigeren Brechnungsindex (1,73 bis 1,75) erkennbar

Vorkommen: eines der am häufigsten vorkommenden Minerale. Kommerziell wichtige Vorkommen liegen in Kambodscha, Sri Lanka, Australien, Burma (Myanmar), Thailand u.a.

blauer Zirkon aus Kambodscha - blue zircon from Cambodia   blauer Zirkon aus Kambodscha - blue zircon from Cambodia
Blaue Zirkone aus Kambodscha
Die Farbe wird durch Erhitzen von braunen Steinen erzeugt

orangefärbiger Zirkon aus Kambodscha - orange zircon from Cambodia   orangefärbiger Zirkon aus Kambodscha - ornage zircon from Cambodia (Hyazinth)
Orangefärbige Zirkone aus Kambodscha (Hyazinth)

brauner Zirkon aus Sri Lanka - brown zircon from Sri Lanka   gelber Zirkon aus Sri Lanka - yellow zircon from Sri Lanka
Brauner und gelber Zirkon aus Sri Lanka

roter Zirkon - red zircon
Ein wunderschöner roter Zirkon (Hyazinth), Herkunft unbekannt, möglicherweise Indien
 
Verarbeitung: trotz der großen Härte und der nur undeutlichen Spaltbarkeit ist Zirkon sehr spröde. Die Facettenkanten werden leicht beschädigt, weshalb Zirkon mit Vorsicht getragen werden muss. Zirkone nur einzeln im Cachette (Steinbriefchen) aufbewahren. Partieware nur in Edelsteindosen aufbewahren, wobei auf gute Fixierung zu achten ist, sodass sich die Steine nicht gegenseitig beschädigen können.

Vorsicht beim Fassen und Polieren, nicht mit Ultraschall reinigen.

Vorsicht bei Lötarbeiten. Besonders bei farblosen und braunen Steinen kann es durch Hitze zu Farbveränderungen kommen.

 
Wissenswertes: Zirkone enthalten geringste Spuren von radioaktiven Elementen (Uran,Thorium und Strontium). Die von diesen Elementen ausgehende Alphastrahlung ist äußerst gering und zudem völlig harmlos. Die Reichweite von Alphateilchen in Luft beträgt ca. 10cm. Die Eindringtiefe in organisches Material beträgt ca. 40µm, was bedeutet, dass Alphateilchen, so sie überhaupt die menschliche Haut erreichen, nicht einmal die äußerste, tote Hautschicht durchdringen können.

Hält man einen 50cts schweren Zirkon 1 Stunde lang mit bloßer Hand, so ist die Hand einer Strahlenbelastung von ca. 0,01 Millirem ausgesetzt. Die von der amerikanischen Strahlenschutzbehörde angegebene höchstzulässige Belastung liegt bei 50.000 Millirem pro Jahr. Man müsste den 50cts schweren Stein also 5 Millionen Stunden in der Hand halten, um den Grenzwert pro Jahr (!) zu erreichen…

In geologischen Zeiträumen reicht das konstante innere Bombardement mit Alphateilchen jedoch aus, um die Kristallstruktur von Hochzirkonen zu zerstören. Hochzirkone verwandeln sich daher im Lauf der Zeit über Mittelzirkone (rötlich, gelbgrün oder bräunlichgrün) zu den meist grünen, selten auch orange-grünen, Tiefzirkonen. Tiefzirkone haben praktisch keine Kristallstruktur mehr und sind daher (fast) völlig amorph. Da eine geordnete Kristallstruktur die Voraussetzung für Doppelbrechung ist, sind Tiefzirkone nur mehr einfachbrechend.

Zirkon entstand vor bis zu 4,4 Milliarden Jahre und ist damit das älteste bekannte Mineral der Erde (und des Mondes).

Bis vor wenigen Jahrzehnten waren Zirkone als äußerst lebhaft und aufgrund der Mohshärte von 7.5 auch sehr gut schmucktauglich allseits bekannt. Farblose Zirkone waren, wie auch einige andere farblose Steine, beliebter Diamantersatz. Aber auch die früher "Hyazinth" genannten orangefärbigen und roten Steine sowie vor allem die blauen "Starlite", die aus farblosen bis braunen Zirkonen durch Erhitzen erzeugt werden (es gibt keine natürlich vorkommenden blauen Zirkone), waren nicht nur von Sammlern gesuchte Edelsteine.

Das änderte sich fast schlagartig mit dem Aufkommen von stabilisiertem Zirkoniumoxid, einem Kunststein, der 1930 erstmal synthetisiert wurde und dessen Massenproduktion 1976 anlief. Der Name wurde flugs zu "Zirkonia" verkürzt, was die Verkaufszahlen dramatisch in die Höhe schießen ließ - bereits 1980 belief sich die weltweite Produktion auf 50 Millionen Carat! - allerdings mit verheerenden Auswirkungen auf die Reputation des echten Steins, der seither gerne mit dem Kunstprodukt verwechselt wird.

Das hat sich dieser wunderbare Stein nun wahrlich nicht verdient...


Hier geht´s zum Shop


Gemmologische Eigenschaften von Zirkon
FormelZrSiO4
Kristallsystemtetragonal
Mohshärte7,5
Dichte4,65
Brechungsindexdoppelbrechend 1,92-1,98 (Hochzirkon)
Max. Doppelbrechung0,055-0,059 (Hochzirkon)
Dispersionsehr hoch 0,039 (Hochzirkon)
Pleochroismuskeiner, außer blaue Steine: deutlich dichroisch blau/farblos
LuminiszenzLW/KW inert bis stark senfgelb
GlanzDiamantglanz
Spaltbarkeitundeutlich
Bruchuneben
Farbefarblos, gelb, braun, orange, rot, grün, blau (erzeugt durch erhitzen von farblosem und braunem Zirkon)
 


Lieber Leser
Vermissen oder bemängeln Sie etwas an diesem Eintrag?
Wir sind für konstruktive Kritik dankbar.
Helfen Sie uns das Lexikon zu verbessern und teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit diesem Edelstein sowie eventuelle Korrektur- u. Ergänzungsvorschläge mit.
Vielen Dank.