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edelstein lexikon

Tsavolith/Tsavorit Granat

Ein Chrom-Vanadium Grossular. Wichtigste und bekannteste Varietät von Grossular.
Tsavolith ist die gemmologisch richtige Bezeichnung, vor allem im englischsprachigen Raum hat sich aber der Handelsname Tsavorit durchgesetzt.

Namensherkunft: von Tiffany im Jahre 1974 nach dem Tsavo National Park in Kenya benannt, in dessen Nähe die wichtigsten Fundstellen liegen.

Verwechslungsmöglichkeiten: mit Smaragd, grünem Turmalin (vor allem Chromturmalin) und Demantoid Granat. Helle Steine könnten auch mit Peridot verwechselt werden.

Vorkommen: Kenya und Tansania

Tsavolith (Tsavorit) Granat - Tsavolite (Tsavorite) Garnet Tsavolith (Tsavorit) Granat - Tsavolite (Tsavorite) Garnet
Tsavolith (Tsavorit) Granat - Tsavolite (Tsavorite) GarnetTsavolith (Tsavorit) Granat - Tsavolite (Tsavorite) Garnet

Geschichte: die ersten smaragdgrünen Grossular Granate wurden in den späten 1960ern in den Lelatema Bergen in Tansania gefunden. Studien ergaben, dass diese Steine ihre spektakuläre Farbe Spuren von Chrom verdanken.

1971 entdeckte der schottische Geologe Campbell R. Bridges eine weitere Lagerstätte südlich der Teita Hills in Kenya. 1973 fanden andere Prospektoren schließlich eine sehr ergiebige Lagerstätte in der Nähe der Stadt Voi, Taita Taveta District, Coast Province, Kenya, wo die Lualenyi Mine enstand.
Im Unterschied zu den tansanischen Steinen verdanken Tsavolithe aus Kenya ihre Farbe nicht Spuren von Chrom, sondern Spuren von Vanadium.

Campell R. Bridges verbrachte sein Leben in Kenya und wurde im Jahr 2009 in seinem Haus in Voi überfallen und getötet.

Verarbeitung: etwas säure- u. hitzeempfindlich, ansonsten unproblematisch

Wissenswertes: der Tsavolith galt wegen seiner extremen Seltenheit, nach wie vor gibt es nur wenige Fundstellen in einem eng umgrenzten Gebiet, und wegen seiner für Granat doch ungewohnten Farbe als Exot. Zudem kommt der Tsavolith aus Sekundärlagerstätten und Steine von über drei Carat werden nur relativ selten gefunden.

Die Situation ändert sich aber langsam, denn Goldschmiede, Juweliere und Edelsteinliebhaber entdecken den Tsavolith immer mehr als Ersatzstein für Smaragd. Der "Ersatz" ist in diesem Zusammenhang nicht abwertend gemeint, denn tatsächlich besitzt der Tsavolith dem Smaragd gegenüber einige Vorteile. Er ist trotz der etwas geringeren Härte im Schmuck wesentlich unproblematischer zu verwenden, ist doch der Smaragd ein sehr spröder und damit stoßempfindlicher Stein, der, besonders im Ring, immer mit Vorsicht getragen werden muss.

Weiters ist der Tsavolith meist von viel höherer Reinheit und aufgrund des höheren Brechungsindex´ haben Tsavolithe auch den härteren Glanz. Die Steine sind also meist deutlich lebhafter und brillanter als Smaragde. Und schließlich sind Tsavolithe trotz der viel größeren Seltenheit, Smaragd ist dagegen ein Allerweltsstein, noch immer deutlich billiger. Große Exemplare allerdings, also Steine von über 5cts Gewicht, in feiner Qualität, kommen dem Preis von Smaragd schon recht nahe, sind aber wie gesagt meist reiner und lebhafter.

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Gemmologische Eigenschaften von Tsavolith/Tsavorit Granat
FormelCa3Al2(SiO4)3
Kristallsystemkubisch
Mohshärte6,5-7
Dichtevariabel 3,42 bis 3,72
Brechungsindexvariabel 1,73 bis 1,75
Dispersion0,028
Pleochroismuskeiner
LuminiszenzVanadiumgrossular: inert, Chromgrossular: schwach bis deutlich rosa, je nach Chromgehalt
Glanzgläsern
Spaltbarkeitkeine
Bruchuneben muschelig
Farbehell- bis dunkelgrün
 


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