beryllium-behandelt
edelsteine, die einer
hochtemperaturbehandlung unter zugabe von beryllium unterzogen wurden. durch die beryllium-behandlung werden
hauptsächlich die farben goldgelb, orange, rosa und rot sowie die begehrte padparaja farbe erzeugt.
das verfahren wurde 2001 angeblich zufällig von einem thailändischen edelsteinbehandler entdeckt. dieser
hatte zuerst chrysoberylle und danach eine partie saphire aus songea, tansania, einer thermischen behandlung zur
farbverbesserung unterzogen.
beim ersten brand hatte sich ein chrysoberyll in den
schamottsteinen der brennkammer verklemmt, was zunächst unentdeckt blieb. beim darauffolgenden brand der
"abfärbigen" saphire aus songea entstanden spektakuläre padparaja farben, die auf den lokalen märkten rasch für
aufregung sorgten.
ohne um die ursachen seines erfolgs zu wissen, brannte der gute mann alle
songea saphire, die er in die finger bekommen konnte und verdiente sich dabei wahrscheinlich eine goldene
nase...
erst als nach einer reinigung und der damit verbundenen zerlegung des brennofens die ergebnisse
nicht mehr reproduzierbar waren, begann man mit der ursachenforschung und fand letztendlich des rätsels lösung.


typische farben von be-behandelten saphiren
bei den ersten beryllium-behandelten steinen gab es das problem, dass die neue farbe nur
wenig unter die oberfläche drang und die steine daher nicht ohne farbverlust umgeschliffen werden konnten.
die penetrationstiefe der berylliumionen ist jedoch direkt proportional der behandlungszeit. je länger die
behandlungsdauer, desto tiefer die farbpenetration.
heute werden die steine so lange gebrannt,
bis die farbe den ganzen oder zumindest fast den ganzen stein durchdringt. manchmal beläßt man absichtlich einen
kleinen kern der ursprünglichen farbe. so erzeugt ein verbleibender rosa kern im resultierenden rot einen besonders
lebhaften farbton:
das Gemmological Institute of
America (GIA) und andere maßgebliche institutionen der edelsteinindustrie haben sich darauf geeinigt, die
berylliumbehandlung als diffussionsbehandlung zu bezeichnen.
wir (und viele andere) sind damit
aus folgendem grund nicht glücklich:
mit dem begriff "diffusionsbehandelt" assoziiert man üblicherweise
saphire und, viel seltener auch rubine, bei deren behandlung farbgebende elemente (chromophoren) von außen in den
stein diffundieren. dies ist zwar bei der berylliumbehandlung auch der fall, es gibt jedoch einen entscheidenden
unterschied, nämlich die penetrationstiefe der farbe.
bei althergebrachter diffusionsbehandlung
von blauen saphiren und rubinen, beträgt die dicke der farbschicht durchschnittlich lediglich zwei bis maximal vier
zehntelmillimeter. ergebnis: wenn ein so behandelter stein jemals nachpoliert oder gar umgeschliffen wird, geht
dabei die farbe verloren.
herkömmliche diffussionsbehandlung ist unserer meinung nach unstatthaft, selbst
wenn sie beim verkauf angegeben wird!
bestrahlt
manche edelsteine, hauptsächlich aber topase werden
mit gammastrahlen, neutronen oder elektronen bestrahlt, um farbe zu erzeugen oder zu verbessern.
die erste fabe, die in topas durch bestrahlung erzeugt werden konnte, war london blue, ein
intensives, leicht grünstichiges (petrol-) blau.
london
blue
heute werden hauptsächlich topase der farben
swiss blue, ein sehr
leuchtendes hellblau, und
sky blue, ein aquamarin-ähnliches blau, erzeugt.


swiss blue
sky blue
nach der behandlung müssen die bestrahlten topase einige monate
"abkühlen", damit sich eventuell vorhandene reststrahlung verflüchtigt. die länge der ruhephase hängt von der
bestrahlungsart ab.
wir vom Wiener Edelstein Zentrum beziehen unsere bestrahlten topase
ausschließlich von bestens reputierten großhändlern, die es sich aufgrund der größe ihres warenbestandes leisten
können, die steine auch lange über die nötige zeit hinaus zu lagern.
um auch die letzten zweifel
zu zerstreuen, lagern wir topase nochmals mindestens drei monate, bevor wir sie zum verkauf freigeben. die meisten
unserer topase lagern bereits seit vielen jahren!
FAQ:
ist das tragen bestrahlter edelsteine gefährlich?
nein! die amerikanische
kontrollbehörde U.S.NRC (United States Nuclear Regulatory Commission) schreibt in einem report:
The
NRC has no indication that wearing irradiated gemstones can be harmful. There have been no reported cases of anyone
being harmed by wearing irradiated gemstones.
die NRC hat keinen hinweis darauf, dass das tragen
bestrahlter edelsteine schädlich sein kann. es wurden keine fälle berichtet, dass irgend jemand durch das tragen
bestrahlter edelsteine zu schaden gekommen ist.
und weiter:
From a safety
standpoint, there is no reason to stop wearing blue topaz or any other irradiated gems.
vom
sicherheitsstandpunkt aus gesehen, gibt es keinen grund [bestrahlte] blaue topase oder irgendwelche anderen
bestrahlten edelsteine nicht zu tragen.
und schließlich:
A study done by the NRC
estimated that a person wearing a blue topaz stone at the highest level of radioactivity allowed for distribution
under NRC regulations would receive an annual dose of 0.03 millirem (NUREG 1717, page 2-21). By contrast, a chest
X-ray is about 60 millirem.
eine studie der NRC schätzte, dass jemand, der einen bestrahlten topas
mit dem höchsten unter den sicherheitsbestimmungen der NRC für den handel zugelassenen [rest-] strahlungsniveau
trägt, einer jährlichen strahlungsdosis von 0.03 millirem ausgesetzt wird. zum vergleich: die strahlungsbelastung
eines brust-röntgens beträgt etwa 60 millirem.
diffussionsbehandelt
die diffussionsbehandlung kommt
hauptsächlich bei blauen saphiren und viel seltener auch bei rubinen zum einsatz, um sehr blasse oder fast farblose
steine intensiv zu färben.
es handelt sich dabei um eine hochtemperaturbehandlung unter zugabe
von farbgebenden elemente z.b. titan bei blauem saphir und chrom bei rubin, die von außen in den stein diffundieren
und dort die intensive farbe erzeugen.
das problem bei dieser behandlungsmethode ist die geringe
penetrationstiefe der farbe, die im durchschnitt nur 2-4 zehntelmillimeter beträgt, sodass die künstlich erzeugte
farbe beim polieren oder umschleifen ganz oder teilweise wieder entfernt wird.
wir vom Wiener
Edelstein Zentrum halten diese art der edelsteinbehandlung für einen verstoß gegen die ethischen grundsätze des
edelsteinhandels und bieten solche steine nicht an.
erkennung:
die farbe solcherart
diffusionsbehandelter saphire und rubine konzentriert sich an den facettenkanten, da die farbgebenden elemente dort
von zwei seiten eindringen können.
bei einbettung in eine hochlichtbrechende flüssigkeit wie z.b.
methyleniodid (zur not tut es auch speiseöl) wird dieses phänomen sichtbar.
seit langem sind auch sternrubine und sternsaphire auf dem markt, bei denen
sowohl der stern, als auch die farbe durch diffusionsbehandlung erzeugt wurden.
die steine zeichnen sich
durch unnatürlich scharfe sterne und völlig homogene farbverteilung aus.
synthetischer sternrubin und synthetischer sternsaphir
natürlicher sternsaphir aus sri lanka
es gibt jedoch
auch natürliche sternsaphire aus madagaskar, die messerscharfe sterne zeigen, allerdings haben diese steine immer
eine mehr oder weniger fleckige farbverteilung.
natürliche sternsaphire aus
madagaskar
geätzt
eisenmeteorite sehen in unbehandeltem zustand aus wie
schlacke.
erst durch das sägen und eine säurebehandlung kommen die sogenannten widmannstätten-figuren zum
vorschein, die, weil sie vom menschen nicht reproduziert werden können, untrügliches zeugnis für die echtheit des
meteoriten ablegen.
siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Gibeon-Meteorit
gebeizt
manche mineralien, z.b. karneol und onyx, kommen in der
natur nicht häufig genug in der begehrten farbe vor. deshalb werden andersfärbige, meist hellere quarze, in der
gewünschten farbe gebeizt.
manche materialien, z.b. perlmutt, werden auch zu farben gebeizt, in denen sie
in der natur nicht vorkommen.
das verfahren ist permanent und irreversibel.
pauamuschel natur pauamuschel gebeizt
geklebt
edelsteine werden aus verschiedenen gründen geklebt.
ist z.b. eine opalschicht zu dünn, um einen stein daraus zu schleifen, aber zu schön, um sie zu
verschwenden, so wird eine papierdünne schicht opal auf einen träger aus glas, kunststoff oder onyx geklebt. man
spricht von einer opal doublette.
wird darüber noch ein transparenter oberteil aus z.b. glas oder
bergkristall geklebt, so spricht man von einer opal triplette.

opal triplette
aus opal, aber auch aus anderen materialien werden auch mosaike angefertigt:
böse menschen kleben aber auch gelegentlich oberteile aus echtem edelstein auf unterteile aus glas oder
synthetischem material um bessere farbe bzw. echtheit vorzutäuschen.
die klebefläche liegt normalerweise
in der rundiste. wird diese durch eine geschlossene fassung verdeckt, so können derartige steine schwierig zu
identifizieren sein.
gewachst
manche edelsteine, wie z.b. türkis, sind relativ porös und
empfindlich.
um zu verhindern, dass öl, parfum, spülmittel, schweiß oder andere substanzen die farbe
verderben, wurden solche steine früher mit wachs imprägniert.
heutzutage werden zum selben zweck
viel haltbarere (kunst-) harze eingesetzt.
glasgefüllt
edelsteine, die durch rissfüllungen mit glas
oder glasartigen substanzen reinheitsverbessert wurden.
das verfahren ist durch die CIBJO
(Confédération Internationale de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie, des Diamantes, Perles et Pierres dt. kurz
Internationale Schmuckvereinigung) anerkannt. steine, welche einer derartigen reinheitsverbesserung unterzogen
wurden, müssen laut CIBJO als solche ausgezeichnet werden.
zum derzeitigen zeitpunkt wird das
verfahren hauptsächlich bei afrikanischen rubinen angewandt. wir haben gegen dieses verfahren prinzipiell nichts
einzuwenden und halten uns strikt an die kennzeichnungspflicht.
mithilfe dieser
behandlungsmethode ist es möglich, auch sehr große, natürliche rubine von sehr guter farbe und guter reinheit zu
einem bruchteil des preises von nicht rissgefüllten rubinen gleicher qualität anzubieten.
wenn
sie für einen echten 10 carätigen rubin nicht viele tausend euro pro carat ausgeben wollen, so liegen sie mit einem
glasgefüllten rubin zu einem preis von lediglich ein paar hundert euro pro carat genau richtig...
hitzebehandelt
edelsteine, die einer hitzebehandlung zur
farbverbesserung unterzogen wurden.
die hitzebehandlung von edelsteinen ist eine legitime und
weltweit, auch von der CIBJO (Confédération Internationale de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie, des Diamantes,
Perles et Pierres dt. kurz Internationale Schmuckvereinigung) anerkannte behandlungsmethode, die keine spezielle
auszeichnung erfordert.
die kunst, edelsteine zu "brennen" ist fast so alt, wie der
edelsteinhandel selbst und wird erstmals nachweislich von plinius (23-79 v. chr.) in dessen monumentalwerk historia naturalis erwähnt.
beim einer reinen hitzebehandlung
wird keine farbe von außen in den stein eingebracht. vielmehr wird nur farbe, die im stein potentiell bereits
vorhanden ist, zur entfaltung gebracht.
erklärung am beispiel von blauem
saphir:
die farbgebenden elemente (chromophoren) im blausaphir sind titaniumionen und
zum teil eisenionen (die aber auch einen unerwünschten grünstich erzeugen).
ein sehr häufiges
einschlussmineral in saphir ist rutil, ein titan-mineral mit der chemischen Formel TiO2.
der
schmelzpunkt von titan liegt bei 1656°C, der von saphir bei 2053°C.
wenn nun der saphir auf temperaturen
über dem schmelzpunkt der rutileinschlüsse erhitzt wird, so diffundieren titaniumionen aus dem rutil in den
umgebenden wirtskristall und erzeugen/intensivieren dort die begehrte blaue farbe.
anders
ausgedrückt: wenn mutter natur den saphir beim entstehungsprozess (nochmals) ausreichend erhitzt hätte, so wäre
genau dasselbe passiert.
gleichzeitig lösen sich die rutilnadeln zu kleine körnchen oder sogar
feinem staub auf und so wird auch die reinheit des steins etwas verbessert.
wie erkennt
man hitzebehandelte edelsteine?
die meisten edelsteineinschlüsse haben niedrigere
schmelzpunkte als der wirtskristall. bei hitzebehandlungen schmelzen die meisten einschlüsse und verändern dadurch
ihre form. so können sich z.b. rutilnadeln zu rutilstaub und schön kristallisierte mineraleinschlüsse zu annähernd
kugelförmigen "schneebällen" wandeln.
gleichzeitig bilden sich oft sogenannte sprenghöfe um den
(aufgeschmolzenen) einschluss, weil "gastkristalle" zumeist einen höheren ausdehnungskoeffizienten als der
wirtskristall aufweisen.

sprenghöfe um
geschmolzene gastkristalle
bezeugen die thermische behandlung des
wirtskristalls
achtung: viele einschlussminerale bilden auch ohne erhitzung
sprenghöfe.
dieser schön
kristallisierte einschluss mit sprenghof beweist,
dass der stein nicht
hitzebehandelt wurde!
die farben, die durch hitzebehandlung entstehen, sind stabil
d.h. sie bleichen unter UV bestrahlung nicht aus.
die farbveränderung betrifft den ganzen stein und nicht,
wie etwa bei einer diffussionsbehandlung, nur wenige zehntelmillimeter unter der oberfläche.
steine, die lediglich einer hitzebehandlung unterzogen wurden - und nicht einer diffussionsbehandlung! -
können daher problemlos aufpoliert werden, um tragespuren zu beseitigen, oder umgeschliffen werden, um in einere
kleinere fassung zu passen.
sofern beim umschleifen nicht zu viel volumen entfernt wird, wird dabei die
farbe nicht verändert.
imitationsstein
künstliches produkt ohne natürliches
vorbild.
zirkonia (nicht zirkon!!) und moissianit sind vom menschen hergestellte diamant-imitationen. es
gibt keine natürlich vorkommenden zirkonia oder moissianite.
mit kunstharz gehärtet
um die empfindliche
oberfläche mancher relativ weicher steine, z.b. chrysokoll, zu schützen, werden diese manchmal mit kunstharz
gehärtet.
türkise und andere poröse steine werden häufig mit kunstharz behandelt, um zu
verhindern, dass öl, parfum, spülmittel, schweiß oder andere substanzen die farbe verändern.
poliert
dieses material wurde außer einer politur keiner
weiteren bearbeitungs- o. behandlungsmethode unterzogen.
reinheitsverbessert
als "reinheitsverbessert" werden
edelsteine bezeichnet, welche vor und/oder nach dem schleifen verschiedenen verfahren unterzogen wurden, um ihre
reinheit zu erhöhen.
dies geschieht durch das einbringen farbloser
substanzen wie öle, wachse, natürliche oder synthetische harze (polymere) in risse und hohlräume. rissfüllungen mit
glas oder glasartigen substanzen werden als "glasgefüllt" bezeichnet.
ziel dieser
behandlungsmethoden ist es, durch das einbringen einer substanz, deren lichtbrechung der des umgebenden
wirtsmaterials möglichst genau entspricht, lichtreflexionen an im wirtsmaterial vorhandenen rissen und hohlräumen
zu reduzieren bzw. im idealfall zu eliminieren und den riss/hohlraum dadurch unsichtbar zu machen.
die reinheitsverbesserung durch rissfüllung mit farblosen substanzen ist eine legitime und weltweit, auch von
der CIBJO (Confédération Internationale de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie, des Diamantes, Perles et Pierres
dt. kurz Internationale Schmuckvereinigung) anerkannte behandlungsmethode, die keine spezielle auszeichnung
erfordert.
am häufigsten werden smaragde einer reinheitsverbesserung durch rissfüllung mit
farblosen substanzen unterzogen, da hochreine oder sogar augenreine smaragde extrem selten und sehr teuer sind. auf
diese weise können smaragde von augenscheinlich guter reinheit zu erschwinglichen preisen auf den markt gebracht
werden.
das bild zeigt ein
und denselben stein vor und nach der behandlung.
achtung: da heute die meisten
smaragde reinheitsverbessert sind, empfiehlt es sich, einige vorsichtsmaßnahmen zu beachten.
smaragde
niemals im ultraschallgerät reinigen.
nicht mit alkohol oder laugen (z.b. geschirrspülmittel) in
verbindung bringen, da dadurch die füllstoffe aus dem stein gezogen werden könnten.
synthetisch
künstliche produkte, die im wesentlichen die
gleiche chemische zusammensetzung, die gleichen physikalischen eigenschaften und die gleiche kristallstruktur, wie
ihre natürlichen vorbilder haben.
unbehandelt
als "unbehandelt" dürfen nur materialien bezeichnet
werden, die ausschließlich von der natur, ohne menschliche mitwirkung, geschaffen und nur durch schleifen und
polieren behandelt und verändert wurden.