Scherz beiseite, natürlich ist die
Wirtschaftskrise mittlerweile global und allgegenwärtig. Banken und Automobilindustrie werden massiv gestützt,
Konjunkturpakete in schwindelerregender Höhe beschlossen und "Kurzarbeit" könnte das Wort des Jahres
werden.
Aber mal ganz ehrlich: haben Sie, als Goldschmied oder
Juwelier, nicht auch die Hoffnung, dass gerade unsere Branche zu den Krisengewinnern gehören könnte?
Es gibt jedenfalls einiges, was diese Hoffnung nährt. Das letzte
Weihnachtsgeschäft kam zwar wieder einmal später als im Jahr davor – wenn das so weiter geht, kommt es
spätestens 2010 sogar nach den Feiertagen ;-) – aber es kam und wurde letztendlich von den meisten sogar als
ausgesprochen gut beurteilt.
Erfreulicherweise scheint
es auch im Frühjahr gut weiter zu gehen. Die Umsätze wachsen zwar nicht in den Himmel, aber der Vergleich mit dem
ersten Quartal des Vorjahres stimmt freundlich. Sogar im Februar, einem für die Schmuckbranche aufgrund von
Winterdepression und Semesterferien ansonsten eher beschaulicher Monat, riss die Nachfrage nicht ab und bei
Edelsteingravuren ist sogar eine deutliche Steigerung der Auftragseingänge zu vermerken.
Eine Umfrage unter Großhändlern liefert derzeit folgendes Bild: im
Großen und Ganzen herrschen zufriedene Stimmung und vorsichtiger Optimismus vor. Die Auftragslage ist gut, die
Verkäufe laufen zufriedenstellend.
Ich denke, das könnte
noch eine Zeit lang so bleiben oder sogar noch besser werden. Anlageberater sprechen von drohender Inflation und
drängen ihre Kunden darauf, sich von Bargeld zu trennen und in Sachwerte zu investieren, wozu eben auch Gold und
Edelsteine gehören.
Dass dies keineswegs nur große
Vermögen betrifft, illustriert, was mir neulich ein Juwelier erzählte. Bei diesem tauchte ein Mann mit 400 Euro in
bar auf, sprach: "Bevor ich das jetzt auf die Bank trag´, mach ich lieber meiner Frau eine Freude" und kaufte kurz
entschlossen einen Ring…