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artikel & marktberichte

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Des einen Freud, ...


des andern Leid

Europas exportorientierte Industrie leidet unter dem schwachen Dollar und in den USA beklagt der Handel den durch die Immobilienkrise beschleunigten Rückgang der Binnennachfrage.

Für uns europäische Edelstein-Importeure hat diese Entwicklung allerdings auch handfeste Vorteile, wie wir bei Einkaufsreisen nach Thailand und nach Tucson feststellen konnten.

In Thailand und wohl auch in anderen Edelsteinzentren außerhalb der USA bejammern Händler das geschrumpfte Budget der weniger werdenden amerikanischen Einkäufer und sind daher derzeit bei Preisverhandlungen viel entgegenkommender als sonst. Schließlich muss der Rubel ja rollen.

In Tucson wiederum profitierten wir von der Tatsache, dass die asiatischen und südamerikanischen Händler zwar die Preise erhöht hatten, die Dollarschwäche jedoch nicht zur Gänze ausgleichen konnten, weil die Amerikaner sonst wohl noch stärker ausgeblieben wären oder zumindest noch weniger gekauft hätten.

Zwar waren die Hallen wie immer übervoll, nach Auskunft langjähriger Aussteller blieb das Geschäft insgesamt allerdings hinter den Erwartungen zurück. Viele Händler beklagten, dass im Durchschnitt schwächere Qualitäten Abnehmer fanden und dass selbst für diese Ware die Caratpreise der letzten Jahre nicht zu halten waren. Gewinnrückgänge von bis zu 20% dürften keine Seltenheit gewesen sein.

Umso bessere Chancen boten sich allen, die mit gefüllter Kriegskasse an gehobenen Qualitäten interessiert waren. Unser Einkäufer konnte so auch etliche spektakuläre Absch(l)üsse tätigen. Unter anderem verzeichneten wir folgende Neuzugänge: ein 10cts Alexandrit aus Brasilien, eine Partie feiner Tansanite, zwei absolut atemberaubende Smaragde, superschöne Kunzite aus einer neuen brasilianischen Mine, jede Menge kalibrierte Aquamarine in guter bis sehr guter Qualität und vieles mehr.

Wir hoffen jedenfalls, dass der Dollar noch lange Zeit auf niedrigem Stand verharren möge, denn die Bereitschaft der Verkäufer, bei steigendem Dollar die Preise wieder zu senken, halten wir für begrenzt. Dann günstig zu kaufen, wird sicherlich all unseres Verhandlungsgeschicks bedürfen…