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2. Halbjahr


Das ganze Jahr 2008 war geprägt von schlechten Wirtschaftsnachrichten. So richtig schlimm wurde es dann in der zweiten Jahreshälfte. Die Stichworte waren Immobilienkrise, Bankenkrise, Lehman Pleite, Automobilkrise und dergleichen mehr.

"Notleidende Banken" wurde zum Unwort des Jahres gewählt und hunderte Milliarden Dollar teure Hilfspakete geschnürt.

Die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft in der Edelstein- und Juwelenbranche waren also gedämpft, nicht wenige rechneten mit einem massiven Umsatzeinbruch.

Überraschender- u. erfreulicherweise kam es bei weitem nicht so schlimm, wie befürchtet.

Durch die deutsche Presse geisterten sogar Meldungen, der Edelsteinhandel verzeichne Rekordumsätze, weil verängstigte Anleger dem Aktienmarkt den Rücken kehrten und stattdessen in Edelsteine investierten.

Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens. Wir vom Wiener Edelstein Zentrum können das jedenfalls nicht nachvollziehen und kennen auch keinen einzigen Kollegen, der das könnte.

Aber im Großen und Ganzen waren wir (und Kollegen) mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden. Zwar blieb der Verkauf von wirklich teuren Steinen hinter dem Vorjahr zurück, zum Teil wurde dies jedoch durch die gestiegene Nachfrage nach billigen Steinen wettgemacht.

Der Stein des Jahres war eindeutig der Amethyst. Da Violett nach wie vor die vorherrschende Modefarbe ist, wird das wohl eine Zeit lang so bleiben.

Auch Pavé Fassungen sind nach vor im Trend, sodass winzige runde Steine weiterhin stark nachgefragt werden. Interessanterweise geht es hier nur zum geringeren Teil um die Klassiker Rubin, Saphir und Smaragd, sondern um Tsavolith (Tsavorit), Spessartin-, Mandarin- u. Demantoid Granat, Tansanit, Amethyst u.ä.

Apropos runde Steine: der Trend geht eindeutig zu feinster Qualität und Diamantschliff.

Entsprechend werden bei Carrées verstärkt Princess Schliffe verlangt.

Generell lässt sich sagen, dass das Publikum (und die Juweliere und Goldschmiede) immer mehr Wert auf hohe Qualität und vor allem auf perfekten Schliff legen. Man kauft den besten Stein, den man sich leisten kann oder will und nicht, wie noch vor einem Jahrzehnt, den größten.

Eine Entwicklung ganz in unserem Sinn…